Eine Frau bringt die Zwillinge ihrer Schwester zur Welt - um sie nicht länger leiden zu sehen

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GEBURT
Ihre Schwester brachte Melissa Kaysers (links) auf die Welt. | Facebook
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Melissa Kayser hatte nur einen einzigen Herzenswunsch: endlich Mutter zu sein.

Doch das Kinderglück blieb der 33-jährigen Amerikanerin aus Omaha im US-Bundesstaat Nebraska verwehrt.

Nach insgesamt neun Fehlgeburten, etlichen gescheiterten Fruchtbarkeitsbehandlungen und missglückten In-vitro-Fertilisationen fing sie an, sich langsam ihrem Schicksal zu fügen. Mutter zu sein, so dachte sie, wäre nichts, für das sie vorgesehen war.

"Ich fühlte mich wie eine Versagerin"

"Ich war völlig niedergeschlagen“, sagte sie dem Online-Magazin "InsideEdition“. "Ich dachte immer, dass es die Lebensaufgabe einer Frau ist, Kinder zur Welt zu bringen und deshalb fühlte ich mich wie eine Versagerin.“

Als letzte Möglichkeit schlugen ihr die Ärzte die Leihmutterschaft vor. Eine Leihmutter ist eine Frau, die für die Dauer einer Schwangerschaft ihre Gebärmutter für eine fremde befruchtete Eizelle zur Verfügung stellt, sie sozusagen "verleiht“. So bringt sie anstelle einer anderen Person, der genetischen Mutter, ein Kind zur Welt.

In vielen EU-Ländern, aber auch in einigen US-Bundesstaaten, ist Leihmutterschaft illegal, es gibt jedoch vereinzelt Ausnahmen. In Nebraska sind Leihmutterschaften per Gesetz erlaubt.

Eine Frage des Gewissens

Kayser war sich jedoch nicht sicher, ob sie es emotional verkraften würde, zu wissen, dass ihr zukünftiges Baby das Kind einer anderen Mutter sein würde.

Sie änderte ihre Meinung, als ihre ältere Schwester Lisa Auten anbot, ihr zu helfen. Ein Hoffnungsschimmer für die verzweifelte Frau. Allerdings hatte ihre 35-jährige Schwester ihr großzügiges Angebot zunächst nicht ganz so ernst gemeint.

"Eigentlich war es anfangs nur ein Scherz – der dann immer ernster wurde“, sagte ihre Schwester Auten dem amerikanischen Fernsehsender "KETV".

Auch Kayser erinnert sich noch gut daran und muss lachen, wenn sie davon spricht. "Meine Schwester macht ständig irgendwelche unpassenden Witze und ich weiß noch, als sie zu mir sagte, dass sie mir ihren Uterus leihen würde“, sagte Kayser.

Auten hatte weder selbst Kinder, noch war sie verheiratet. Aus dem anfänglich nicht so ganz ernst gemeinten Angebot wurde schließlich Realität und sie wurde die Leihmutter für ihre Schwester.

Doppelter Kindersegen

Der Kindersegen verdoppelte sich gleich und Auten brachte nach einer reibungslosen Schwangerschaft die beiden Zwillinge Ashlynn und Tierney zur Welt.

Die Schwangerschaft selbst genoss Auten sehr, doch selbst hat sie kein Verlangen danach Mutter zu werden. "Natürlich habe ich eine gewisse Verbindung zu ihnen, da sie meine Nichten sind“, sagte sie. "Ich glaube, dass viele Frauen vor einer Leihmutterschaft deshalb Angst haben, weil sie fürchten, dann eine übermäßige Beziehung zu den Kindern aufzubauen.“

Obwohl Kayser die biologische Mutter der beiden Kinder ist, wird ihre Schwester als offizielle Mutter in der Geburtsurkunde aufgeführt. So will es das Gesetz in Nebraska.

"Ich bin meiner Schwester unglaublich dankbar"

Sobald die beiden Zwillinge sechs Monate alt sind, will Auten jedoch das offizielle Erziehungsrecht abgeben, damit ihre Schwester ihre eigenen Kinder 'adoptieren' kann.

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Kayser ist ihrer Schwester unglaublich dankbar. Jeden Tag. Ihr innigster Wunsch ist endlich Wirklichkeit geworden und sie ist nun die Mutter von zwei wunderbaren Kindern.

"Ich bin ihr jeden Tag aufs Neue dafür dankbar, was sie für mich – für uns – getan hat“, sagte sie gegenüber "Inside Edition“. "Es gibt keine Worte, die meinen unglaublichen Dank ausdrücken können.“

"Sie schenkte uns ein Jahr ihres Lebens, damit wir eine Familie gründen konnten. Das kann ich ihr mit keinem Geld der Welt entlohnen.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der HuffPost US und wurde von Maximilian Marquardt aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)

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