Überraschende Forschungsergebnisse: Warum Wasser mit Kohlensäure dick machen kann

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Macht Mineralwasser dick? Dieser Frage sind die Forscher nachgegangen. | iStock
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Wasser ist unser Lebenselixier. Wer genug davon trinkt, hat einen besseren Stoffwechsel und beugt Übergewicht vor. So die gängige Annahme.

Doch mehrere Studien belegen nun, dass mit Kohlensäure behandeltes Wasser eher die Fettleibigkeit fördert als sie zu unterbinden. Ist Sprudelwasser also ungesund?

Dieser Frage ist eine Forschungsgruppe der Universität Birzeit in Ramallah nun erneut nachgegangen.

Die Kohlensäure im Wasser fördert den Appetit

Das Ergebnis der Palästinenser ist überraschend. Sie fanden heraus, dass das CO2 im Wasser das Hormon Orexin beeinflusst. Dieses Neuropeptid steigert zwar die Aufmerksamkeit des Menschen, zusätzlich fördert es aber auch den Appetit.

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"Mit oder ohne Kohlensäure?" - eine Frage die sich bald erübrigen könnte. Credit: iStock

Mit hoher Wahrscheinlichkeit stimuliert das Kohlendioxid in den Getränken laut den Forschern die Wirkung des Hungerhormons Ghrelin. Das kann über einen längeren Zeitraum zu einer Gewichtszunahme führen.

Die Kohlensäure im Wasser kann Menschen also auf längere Sicht dick. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen zuvor bereits andere Studien.

Ergebnisse mehrerer Studien kamen zum selben Ergebnis

Dänische Wissenschaftler hatten bereits im Jahr 2012 eine Studie veröffentlicht, in der sie den direkten Zusammenhang von Gewichtszunahme und Sprudelwasser darlegten.

Auch eine Langzeitstudie aus den USA zeigt, dass erhöhte CO2-Konzentrationen in der Luft und im Wasser zu Übergewicht führen können. Zwischen 1986 und 2010 untersuchten Forscher zunächst, welche Auswirkung eine hohe Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der Luft auf Menschen haben kann.

Anschließend befassten sich die amerikanischen Wissenschaftler auch mit dem CO2-Gehalt im Mineralwasser.

Auch schon Studien an Menschen durchgeführt

Die Studien der Amerikaner und Dänen nahmen die Wissenschaftler aus Ramallah zum Anlass, an den Hypothesen weiterzuforschen. Zunächst führten sie ein Experiment an Laboratten durch. Ihnen verabreichten die Wissenschaftler über einen längeren Zeitraum kohlensäurehaltiges Wasser, anderen Ratten Wasser ohne Kohlensäure.

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Die Untersuchungen führten die Wissenschaftler sowohl an Tieren, als auch an Menschen durch. Credit: Birzeit University

Bei der anschließenden Sektion der Tiere fanden sich bemerkenswerte Unterschiede: Mit Sprudelwasser versorgte Tiere hatten erhöhte Mengen des Hungerhormons Ghrelin im Körper, zudem zeigten sich größere Mengen an Fett in ihren Lebern. Ghrelin wird in der Magenschleimhaut und der Bauchspeicheldrüse produziert und steuert das menschliche Essverhalten.

Kurz darauf führten die Wissenschaftler das Experiment an 20 menschlichen Probanden durch. Auch hier zeigten sich dieselben Effekte der Gewichtszunahme. Die Sprudeltrinker hatten deutlich schneller an Körpermasse zugelegt als diejenigen, die Wasser ohne Kohlensäure zu sich genommen hatten.

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Laut Analysen der Wissenschaftler führt das CO2 beim Menschen zudem zur Ausschüttung des Hormons Orexin. Dieses Hormon wird im menschlichen Zwischenhirn gebildet und reguliert ebenfalls das Essverhalten. Je mehr der Körper davon ausschüttet, desto mehr Hunger hat man.

Trotz vieler Studien sind noch nicht alle Geheimnisse rum um Trinkwasser gelüftet. Derzeit forschen die Wissenschaftler daran, wie wichtig Wasser für die optimale Wirkung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin ist.

Die Forschungsergebnisse könnten in Zukunft ein klares Bild darüber aufzeigen, ob ein falsches Trinkverhalten auf Dauer sogar Diabetes fördert.

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(lk)

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