In Washington zeigen Erdogans Bodyguards, was sie von Demonstrationsfreiheit halten

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Beim Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Washington ist es zu einem gewalttätigen Zwischenfall gekommen.

Vor der Botschaft in Washington sollen türkische Sicherheitskräfte kurdische Demonstranten angegriffen haben. Dabei wurden nach Angaben des britischen "Guardian" neun Menschen verletzt. Zwei Personen wurden festgenommen.

Zu der Prügelei kam es nach einem Bericht des "Guardian", nachdem Demonstranten eine Flagge der kurdischen Miliz PYD gezeigt hatten. Nach Angaben von Augenzeugen sollen die Angreifer zu der Gruppe der Bodyguards des türkischen Präsidenten zählen.

Auf einem Video, das "Voice of America" über Twitter verbreitet, ist zu sehen, wie sich kurdischen Demonstranten und Erdogan-Anhänger vor der Residenz gegenüberstehen. Plötzlich stürmt eine Gruppe muskulöser Männer in dunklen Anzügen aus Richtung der Residenz auf die Ansammlung von Demonstranten los. Einige der Erdogan-Anhänger schließen sich an. Polizisten versuchen, sie aufzuhalten. Die Szenen seht ihr im Video oben.

Die Männer prügeln und treten auf die Demonstranten ein. In einer Szene ist zu sehen, wie zwei Männer auf einen am Boden liegenden Mann mit einem Megaphon eintreten.

Ein Polizist mit Schlagstock prügelt auf sie ein, um sie davon abzuhalten. Auf späteren Bildern ist der Mann mit dem Megaphon von Blut überströmt.

Gegenüber dem "Guardian" sagte ein Sprecher der Feuerwehr, dass zwei Männer schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht wurden. Insgesamt sollen neun Menschen verletzt worden sein.

Ein Sprecher der Polizei sagte dem Blatt, dass es zu einer Schlägerei gekommen sei und dass zwei Männer festgenommen wurden, einer davon wegen eines Angriffs auf einen Polizisten.

Wo sich der türkische Präsident während des Vorfalls aufhielt, ist nicht klar. Der Vorfall ist brisant, da der militärische Arm der PYD, die YPG, ein Verbündeter der Amerikaner im Kampf gegen den IS ist.

Das Treffen wurde überlagert von der Entscheidung Washingtons, die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG mit Waffen ausrüsten zu wollen. Die Türkei sieht in der Miliz einen Ableger der PKK und bekämpft sie deshalb. Die US-Regierung erkennt offiziell nur die PKK als Terrororganisation an. Die YPG erachtet sie als strategisch wichtigen Partner am Boden, um die syrische Stadt Al-Rakka vom IS zurückzuerobern, eine Hochburg der Terroristen.

Die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition unterstützt die Offensive mit Luftangriffen. In der vergangenen Woche hatte Trumps Regierung angekündigt, die Kurden mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeugen auszurüsten.

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(ll)