22-jähriger Brite stoppt globale Cyber-Attacke: Sein Eingreifen bringt ihn jetzt in Gefahr

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MARCUS H
Der 22-jährige Marcus H. stoppte eine globale Cyber-Attacke | Twitter/ Marcus H
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  • Der Brite Marcus H. hat eine globale Cyber-Attacke gestoppt
  • Der Lösegeld-Trojaner Wannacry legte ganze Zweige des öffentlichen Lebens lahm
  • In einem Interview mit der "Daily Mail" spricht der 22-jährige nun über die Angst, bedroht zu werden

Der Brite Marcus H. hat am vergangenen Wochenende im Alleingang den Lösegeld-Trojaner Wannacry ausgehebelt.

Eigenen Angaben zufolge fand der IT-Spezialist den Namen einer Webdomain im Computercode der Hackersoftware. Die Ausbreitung des Trojaners konnte er stoppen, indem er die Domain offiziell registrierte - für gerade einmal 9,78 Euro.

Die Cyber-Attacke hatte tausende Computer in fast 100 Ländern lahmgelegt, darunter auch Rechner in Krankenhäusern.

In Deutschland war vor allem die Deutsche Bahn betroffen: Anzeigetafeln und Ticketautomaten des Verkehrsunternehmens blieben am vergangenen Freitag außer Betrieb.

Der Hacker hat Angst davor, gefunden zu werden

Das Foto des 22-Jährigen geht nun um die Welt. Auf Twitter hat der Brite, der noch bei seinen Eltern wohnt, plötzlich über 20.000 Follower.

Ob spanische, britische oder chinesische Nutzer: Alle sprechen über ihn - obwohl er das eigentlich nicht wollte.

Der britischen Zeitung "Daily Mail" sagte er: "Wenn sich jemand in Zukunft an mir rächen will, kann meine Identität in Sekunden herausgefunden werden. Wenn die wissen, wo ich wohne, können die alles machen."

Der junge Mann hat Angst. Und das wahrscheinlich zu Recht.

"Nachdem die Identität eines Bloggers, der sich mit Sicherheitsfragen beschäftigte, einmal geleakt wurde, ist er richtig in Schwierigkeiten geraten. Unbekannte haben ihm sogar Todesdrohungen geschickt," berichtete der Hacker im Interview.

"Ich habe Posts darüber gesehen, was sie ihm Furchtbares angetan haben. Und mir könnte in Zukunft dasselbe passieren," fürchtet der IT-Spezialist.

Nach unglaublicher Leistung wird Marcus mit Jobangeboten überhäuft

Der 22-Jährige arbeitet in einer Softwarefirma für Computersicherheit mit Sitz in Los Angeles.

Dort gefällt es ihm offenbar. Nachdem sein Name nun in aller Munde ist, erhält er viele Jobangebote von renommierten Unternehmen - aber wechseln will Marcus H. offenbar nicht.

Sein Wissen hat er sich weitgehend selbst angeeignet. "Als ich jünger war, bin ich in der Schule oft auf digitale Barrieren gestoßen, die Schüler nur auf 'Bildungswebseiten' surfen ließen", erklärte der Hacker.

"Der IT-Unterricht war langweilig, und deshalb haben wir versucht, die Barrieren zu umgehen, um Spiele zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich begonnen, mich für Sicherheit zu interessieren."

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(ll/sma)

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