So gefährlich ist eine Kreuzfahrt für die Gesundheit

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Sommer, Sonne, Kreuzfahrt. Nur die wenigsten Passagiere rechnen wohl damit, dass sie ihre Gesundheit riskieren

Deutschland ist Europameister! Nein, nicht im Fußball, sondern beim Kreuzfahren. Allein 2016 entschieden sich fast 2,5 Millionen Urlauber für einen Trip auf hoher See, wie das Statistik-Portal Statista ermittelte. Das sind mehr als doppelt so viele Buchungen als noch vor zehn Jahren. Experten rechnen auch für dieses Jahr wieder mit Rekordzahlen. Für Anbieter wie ADIA, Carnival oder TUI Cruises sind wahrlich goldene Zeiten angebrochen.

Doch auch in der Kreuzfahrt-Branche ist nicht alles Gold was glänzt. Bereits 2013 schlug eine Meldung des Naturschutzbund Deutschland (NABU) hohe Wellen in der deutschen Presselandschaft: Laut Einschätzung der Organisation, gefährden moderne Kreuzfahrschiffe nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Passagiere. Obwohl die gravierenden Probleme mit ungefilterten Stickoxiden und Rußpartikeln bekannt seien, würden die Unternehmen aus Kostengründen auf moderne Filteranlagen verzichten.

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Leere Versprechen und ihre Folgen

Mehrere Betreiber gaben sich geläutert und versprachen, ihre komplette Flotte bis 2016 mit Rußpartikelfiltern nachzurüsten. Auch AIDA, der bekannteste Name auf dem deutschen Markt, kündigte Nachbesserungen an. Seitdem sind fast vier Jahre vergangen - geändert hat sich allerdings nichts, wie das ZDF-Magazin "WISO" jetzt herausfand.

An Bord der "AIDA Sol" machten die Reporter während einer Kanarenkreuzfahrt mehrere Messungen auf dem Sonnendeck. Die Ergebnisse sind alarmierend: Rund 475.000 ultrafeine Partikel je Kubikzentimeter Umgebungsluft zeigte das Messgerät im Schnitt an. Bei sauberer Seeluft wären eigentlich nur 1.000 Partikel zu erwarten gewesen. Neues Filtersystem? Offenbar Fehlanzeige!

Werte, bei denen Gesundheitsexperten Alarm schlagen. "Crew und Passagiere an Bord werden einer Konzentration von Luftschadstoffen ausgesetzt, die weit über dem Niveau stark befahrender Straßen liegen", warnt beispielsweise der Lungenfacharzt Dr. Michael Barczok. Er könne keinem Passagier empfehlen, sich lange an Deck eines Kreuzfahrtschiffes aufzuhalten.

Besserung ist nicht in Sicht

Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen seitens der Reeder blieb bislang aus. Auch weigern sie sich, unabhängige Messungen an Bord ihrer Schiffe zuzulassen. Unhaltbare Zustände, die nicht nur NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger anprangert: "Wir fordern AIDA und andere Reeder im Interesse der Umwelt und der Gesundheit der Passagiere auf, ihre Schiffsflotte bis 2020 komplett mit Rußpartikelfilter und Stickoxidkatalysatoren nachzurüsten". Eine Forderung, der man sich angesichts des Kreuzfahrt-Booms in Deutschland nur anschließen kann.

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