"Ich wollte sterben": Sie verlor ihren Mann und ihren Sohn bei einem Unfall - nun hat sie eine wichtige Botschaft

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KOERNER
"Ich wollte sterben": Sie verlor ihren Mann und ihren Sohn bei einem Unfall - nun hat sie eine wichtige Botschaft | Screenshot Youtube
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Als es um 17 Uhr an der Haustür geklingelt hat, dachte Katharina Körner es sei ihr Mann. Der war zuvor mit einem Freund, ihrem Bruder und dem gemeinsamen, fünfjährigen Sohn Karl zu einer Spritztour aufgebrochen. Sie hatte bereits das Essen vorbereitet.

Doch vor der Tür stand ein junger Polizist, der sich nicht traute, ihr in die Augen zu sehen. Er sagte, es habe einen Unfall gegeben.

Zuerst dachte sie, ihr Mann ihr Bruder und ihr Sohn seien im Krankenhaus. Doch der Polizist schüttelte mit dem Kopf. Sie verstand: "Kopfschütteln bedeutet tot", sagte sie in einem Beitrag für Kirchenfernsehen.de.

Irgendwann sagte der Polizist: "Ja, die sind tot." Da die Körper verbrannt waren, wurde sie nicht einmal zu ihren Angehörigen gelassen. Das war vor zwölf Jahren. "Ich wollte sterben", schilderte sie gegenüber der "Bild" diesen Moment. "Obwohl meine Mädchen ja noch da waren, hatte ich den Drang, meinem toten Sohn zu folgen. Die Schmerzen im Körper waren unerträglich.“

Heute setzt sich die 47-Jährige aus Baden-Württemberg für die Kampagne "Runter vom Gas" ein, die das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat gerade gestartet haben.

Neben Plakaten und Broschüren sollen auch Schilderungen von Betroffenen für mehr Verantwortungsbewusstsein hinter dem Steuer sorgen - so wie die Geschichte von Körner.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU): "Die neue Kampagne ist emotional real. Wir appellieren auf diese Weise an die Autofahrer: Wer während der Fahrt abgelenkt ist, zu wenig Abstand hält oder zu schnell fährt, riskiert sein eigenes Leben und auch das Leben seiner Mitmenschen."

Trotz des Schicksalsschlages beendete sie ihr bereits vor dem Unfall begonnenes Fernstudium in Psychologie. Sie ließ sich in den Therapien ausbilden, die ihr selber halfen.

Heute arbeitet sie als Coach und für RTL als Expertin für die Themen Tod, Trauer und Trauma. Gegenüber der "Bild" sagte Körner, dass sie und ihre beiden Töchter auch zwölf Jahre nach dem Unfall noch in Therapie seien. "Ich habe bei der Kampagne mitgemacht, um den Rasern zu zeigen, welche verheerenden Folgen ihr Verhalten haben kann. Meine Kinder mussten ohne Vater aufwachsen, damit klarkommen, dass ich den Verlust kaum stemmen kann - und haben bis heute Schwierigkeiten, Halt zu finden.“

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(ll)

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