POLITIK
15/05/2017 06:47 CEST | Aktualisiert 15/05/2017 06:52 CEST

In NRW gibt es nur zwei realistische Möglichkeiten für eine Koalition

Anadolu Agency via Getty Images
DUESSELDORF, GERMANY - MAY 14: Lead candidate of the Christian Democratic Union (CDU) party Armin Laschet is seen at the CDU aftershow party during elections in the German state of Northrhine Westphalia in Duesseldorf, Germany on May 14, 2017. (Photo by Leon Kuegeler/Anadolu Agency/Getty Images)

Nachdem das vorläufige amtliche Endergebnis der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen da ist, beginnen die Spekulationen über mögliche Koalitionen für eine Regierung in Düsseldorf.

Nach dem Endergebnis ergab sich folgende Sitzverteilung mit Überhang- und Ausgleichsmandaten:

►CDU 72 Sitze

►SPD 69 Sitze

►FDP 28 Sitze

►Grüne 14 Sitze

►AfD 16 Sitze

Die absolute Mehrheit liegt bei 99 Sitzen. Rein rechnerisch ergeben sich vier Optionen - allerdings sind nur zwei davon politisch umsetzbar.

Die "Groko" aus CDU und SPD

Eine große Koalition unter Führung der CDU hätte mit 141 Sitzen eine starke Mehrheit. CDU-Wahlsieger Laschet kündigte am Abend an, er wolle mit allen "demokratischen Parteien" sprechen. "Politik ist kein Wunschkonzert, natürlich sind wir bei vielen Themen nahe bei der FDP." Allerdings brauche das Land eine "stabile Mehrheit" - das könnte ein Hinweis sein, dass er wieder eine große Koalition anstrebt.

Für eine Groko spricht auch, dass er schon einmal Bedingungen an die SPD stellt. Bei einem Bündnis mit der SPD hätte der bisherige Innenminister Ralf Jäger keine Chance mehr. "Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen", sagte Laschet am Sonntag im WDR auf die Frage, ob Jäger in einer schwarz-roten Regierung wieder auf ein Ministeramt hoffen könnte.

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Die "Ampel" aus SPD, FDP und Grünen

Eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hätte mit 111 Sitzen eine Mehrheit. Allerdings hat FDP-Landes- und Bundeschef Christian Lindner eine solche Koalition mit einem Beschluss des Parteitages ausschließen lassen.

Eine schwarz-gelbe Koalition aus CDU und FDP

Auch Schwarz-Gelb wäre möglich - allerdings mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur einem einzigen Sitz. Zudem gibt es Spannungen zwischen CDU und FDP. FDP-Landes- und Bundeschef Christian Lindner sagte, seine Partei wolle nicht automatisch eine schwarz-gelbe Koalition eingehen. "Ich bin nämlich nicht der Wunsch-Koalitionspartner von Herrn Laschet und er nicht meiner", sagte. Nach den jüngsten Erfolgen sei auch mit einem Comeback der FDP im Bund zu rechnen. Er selbst will in diesem Fall nach Berlin wechseln.

Nach den Erfolgen von Union und FDP bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat sich der CDU-Politiker Jens Spahn für eine schwarz-gelbe Koalition in Düsseldorf ausgesprochen. Ein solches Bündnis sei auch ein "starkes Signal für den Bund", sagte das CDU-Präsidiumsmitglied der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen

Rechnerisch ist eine große Koalition, Schwarz-Gelb, ein Ampel-Bündnis oder eine sogenannte Jamaika-Koalition möglich. Die Liberalen haben eine Ampel mit SPD und Grünen aber ausgeschlossen, die Grünen ein Jamaika-Bündnis mit CDU und FDP.

Der Politik beider Parteien "werden wir nicht zur Macht verhelfen", heißt es in einem Papier, das der Parteirat der nordrhein-westfälischen Grünen eine Woche vor der Wahl in Bochum beschlossen hatte.

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