Ex-Geheimdienst-Koordinator wirft Trump Angriff auf die US-Verfassung vor

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JAMES CLAPPER
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US-Präsident Donald Trump muss sich für sein Vorgehen bei der Entlassung von FBI-Direktor James Comey auch aus den eigenen Reihen harsche Kritik anhören.

Besonders hart wurde er von dem früheren US-Geheimdienstkoordinator James Clapper in der CNN-Sendung "State of the Union" angegriffen. Der sprach von einem Angriff auf die Verfassung.

Zuerst kritisierte Clapper Russland. Die Verfassungsinstitutionen und ihre Machtbalance würden durch russische Einmischung in das Wahlsystem angegriffen, sagte der Clapper.

Dann ging er zum Angriff auf Trump über. Clapper sagte, Trump habe die Gewaltenteilung in den Vereinigten Staaten angegriffen - das System von Überprüfungen und Ausgewogenheit ("checks and balances") werde unter ihm ausgehöhlt. "Ich denke, unsere Institutionen werden auch intern angegriffen", fügte er hinzu. Auf die Frage, ob damit Trump gemeint sei, antwortete Clapper: "Genau."

Das FBI und der Kongress untersuchen die mutmaßliche Einflussnahme aus Moskau auf den US-Präsidentschaftswahlkampf sowie mögliche Verbindungen zu Trumps Wahlkampfteam.

Kritiker warfen Trump vor, diese Untersuchungen mit der Entlassung Comeys am vergangenen Dienstag ausbremsen zu wollen. Der republikanische Senator Lindsey Graham warf Trump am Sonntag vor, ein Chaos angerichtet zu haben.

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Trump nannte Comey dagegen einen "Wichtigtuer", der schlecht gearbeitet habe und drohte ihm öffentlich mit möglichen "Aufnahmen" von Gesprächen. Trumps Sprecher Sean Spicer wollte am Freitag nicht sagen, ob Aufnahmegeräte im Weißen Haus angebracht wurden.

Für Comeys Nachfolge gibt es bislang 14 Kandidaten, die am Samstag beim Justizministerium vorstellig wurden. Unter ihnen waren Alice Fisher, einst Spitzenbeamtin im Justizministerium unter Präsident George W. Bush, und Adam Lee, der das FBI-Büro in Richmond im US-Staat Virginia leitet. Befragt wurden auch der geschäftsführende FBI-Chef Andrew McCabe, der texanische Senator John Cornyn und der frühere Kongressabgeordnete und FBI-Agent Mike Rogers.

Mit Material der AP

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