Hepatitis-Epidemie erreicht Berlin: Darauf müsst ihr jetzt achten

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HEPATITIS A
Seit November 2016 steigt die Zahl der Erkrankten | vchal via Getty Images
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  • Eine Welle an Hepatitis-A-Ausbrüchen in Berlin sorgt für Besorgnis bei Experten
  • 100 Erkrankte gibt es seit November 2016 in der Hauptstadt

Eine Welle an Hepatitis-A-Ausbrüchen in Berlin sorgt für große Besorgnis bei Gesundheitsexperten. 100 Erkrankte wurden seit Beginn des Ausbruchs im vergangenen November registriert, wie die "Berliner Morgenpost" unter Berufung auf den epidemiologischen Wochenbericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) berichtet.

Zum Vergleich: In den letzten fünf Jahren hatten sich im Durchschnitt 22 Menschen in Berlin im selben Zeitraum infiziert. In der vergangenen Woche erst sind nun schon zwei neue Krankheitsfälle dazugekommen. Die Experten sind besorgt, weil der Ausbruch nicht nachlasse.

Die Risikogruppe sind vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Ein wirksamer Schutz ist lediglich eine Impfung. Das Lageso will jetzt verstärkt mit Postern und Postkarten in Nachtclubs und Arztpraxen informieren und Gefährdete aufrufen, sich impfen zu lassen.

Das Virus überträgt sich fäkal-oral über Lebensmittel oder den Stuhlgang - Verhütung mit einem Kondom reiche nicht aus, weil das Virus an der Oberfläche haften und sich bei der Entsorgung übertragen könne, erklärt Christoph Lang, Sprecher der Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD), der "Berliner Morgenpost".

Zur Risikogruppe zählen neben homo- und bisexuellen Männern auch Pflegekräfte

Symptome sind Bauchschmerzen, Durchfall, eventuell Fieber und eine Vergrößerung der Leber, Hautausschläge, eine Gelbfärbung der Haut und der Augen.

91 der 100 Erkrankten sind Männer. 62 von 75 Befragten hatten angegeben, Sex mit Männern zu haben. Zur Risikogruppe gehören aber auch Pflegekräfte in Altenheimen und Kliniken. Risikopatienten wird die etwa 40 Euro teure Impfung von den Krankenkassen gezahlt.

Die Infektionskrankheit ist nicht nur in der deutschen Hauptstadt, sondern auch international ausgebrochen, so Lang. In Berlin wurde aber aufgrund des starken Anstiegs der Krankheitsfälle ein "Ausbruchsteam" aus Vertretern des Robert-Koch-Instituts (RKI), des Lageso und der bezirklichen Gesundheitsämtern und Schwerpunktpraxen gebildet.

Das RKI befragt Infizierte, Kontaktpersonen und Arztpraxen, um Übertragungsorte zu infizieren.

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(jg)

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