Verteidigungsministerin Von der Leyen will Bundeswehrkasernen umbenennen

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VON DER LEYEN
Von der Leyen will die Bundeswehrkasernen umbenennen | FREDERICK FLORIN via Getty Images
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  • Verteidigungsministerin von der Leyen will Kasernen umbenennen
  • Es geht um Kasernen, die nach Wehrmachtsoffizieren benannt sind

Im Skandal um rechtsextreme Soldaten hat sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dafür ausgesprochen, nach Wehrmachtsoffizieren benannte Kasernen der Bundeswehr umzubenennen.

"Wenn wir in den kommenden Monaten den 35 Jahre alten Traditionserlass modernisieren, müssen wir auch an das Thema Kasernennamen ran", sagte von der Leyen der "Bild am Sonntag".

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In einigen umstrittenen Fällen habe die Bundeswehr schon länger die Initiative ergriffen, sei aber zum Teil auf harte Gegenpositionen vor Ort gestoßen. Das will von der Leyen nicht länger hinnehmen: "Ich finde, die Bundeswehr muss nach innen und außen klar signalisieren, dass sie nicht in der Tradition der Wehrmacht steht.

Das Umbenennen der Kasernen ist längst überfällig

Sie sollte ihre eigene 60-jährige Geschichte selbstbewusst stärker in den Vordergrund stellen. Warum nicht auch in Kasernennamen? Die Debatte wird jetzt im Lichte der aktuellen Ereignisse neu geführt werden."

Auch Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, fordert neue Kasernen-Namen: "Es ist überfällig, auch die letzten nach Wehrmachtsoffizieren benannten Kasernen umzubenennen. Offiziere wie Schulz, Marseille und Lent haben in Hitlers Krieg gekämpft und wurden von der NS-Propagan da vereinnahmt."

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Die neuen Namen sollen an die Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit erinnern

Die Stützpunkte sollten lieber nach Soldaten benannt werden, die im Widerstand waren: "An diese Menschen, die für die Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit eintraten, kann gar nicht oft genug erinnert werden."

Ein Ausnahme will Tuchel bei Generalfeldmarschall Erwin Rommel machen, der Namenspatron der Standorte in Augustdorf und Dornstadt ist. Rommel sei als "Wüstenfuchs" zwar Objekt nationalsozialistischer Propaganda gewesen, doch seine "Betrachtungen zur Lage“ vom 15. Juli 1944 markierten einen klaren Bruch mit Hitler und hätten ihn zum Selbstmord gezwungen.

"Insofern kann die Erinnerung an Rommel zum Nachdenken über die Grenzen von Befehl und Gehorsam anregen", sagte Tuchel.

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(ks)

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