Türkei erfindet Interview mit der deutschen Handelskammer - um das Image des Landes aufzupolieren

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Ankara scheint jedes Mittel Recht zu sein, um für die Türkei zu werben. In mehreren deutschen Zeitungen war jetzt ein Interview mit dem Vize-Geschäftsführer der deutschen Handelskammer zu lesen - über den Wirtschaftsstandort Türkei.

Das Problem: Dieses Interview hat es nie gegeben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Frank Kaiser, der das Interview gegeben haben soll, zeigt sich überrascht. "Das Interview ist ohne unsere Zustimmung erschienen. Es wurde in dieser Form nie gegeben, und wir haben es auch nie zur Publikation freigegeben“. Die Autorin, die das Gespräch mit ihm geführt haben soll, kenne er nicht einmal.

"Mit uns zu werben ohne uns zu fragen, geht nicht"

Teile des Texts sind offenbar einem Gespräch entnommen, das mit der Handelskammer Hamburg geführt wurde. So heißt es in dem Fake-Interview unter anderem: "Es gibt viele Investitionschancen in der Türkei. Das Potenzial der Türkei ist noch bei Weitem nicht ausgeschöpft.“

Die Kammer will nun prüfen, ob sie gegen die erfundene Berichterstattung vorgeht. Die Aussagen, die wiedergegeben wurden, seien zwar nicht falsch, aber: "Mit uns zu werben, ohne uns zu fragen, das geht nicht."

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ujo)

Korrektur anregen