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14/05/2017 18:00 CEST | Aktualisiert 14/05/2017 20:35 CEST

NRW-Wahl: CDU siegt, Rot-Grün abgewählt, Kraft tritt zurück

  • Die CDU liegt in Hochrechnungen zur Landtagswahl in NRW vorne

  • Die Partei von Spitzenkandidat Armin Laschet erhielt demnach 33,8 Prozent der Stimmen

  • SPD-Ministerpräsidentin Kraft tritt von allen Ämtern zurück

Debakel für die SPD, Triumph für die CDU: Vier Monate vor der Bundestagswahl hat die Union auch die dritte und wichtigste Landtagswahl des Jahres in Nordrhein-Westfalen deutlich gewonnen.

Laut erster Prognosen von infratest geht die CDU aus der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen als Sieger hervor. Die regierende SPD unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft liegt vier Prozentpunkte hinter der CDU von Armin Laschet.

Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF lag die CDU mit 33,7 bis 33,8 Prozent deutlich vor der SPD mit 30,8 bis 31,1 Prozent. Dahinter folgte die FDP mit 12,0 bis 12,3 Prozent. Mit 7,4 bis 7,8 Prozent zieht erstmals die AfD in den Düsseldorfer Landtag ein.

Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzten demnach auf 6,1 bis 6,2 Prozent ab. Die Linkspartei musste hingegen zittern, ob ihr der Sprung in den Landtag gelingt. Hochrechnungen sahen sie am Abend bei 4,9 Prozent.

So oder so: Die rot-grüne Regierung ist abgewählt.

Wahlsieger Armin Laschet sagte nach Bekanntgabe der ersten Prognosen: "Heute ist ein guter Tag für Nordrhein-Westfalen. Wir haben zwei Wahlziele gehabt, Rot-Grün zu beenden und stärkste Partei im Landtag zu werden. Und beides ist gelungen."

Kraft gratulierte Laschet und wünschte ihm "eine gute Hand für unser Land". "Es hat nicht gereicht, wir haben das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler nicht gewinnen können." Die Noch-Ministerpräsidentin sprach von einer "klaren Entscheidung" gegen die Politik der SPD.

Kraft trat von ihren Ämtern als Landesvorsitzende in NRW und als stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD zurück.

Eine "furchtbare" Niederlage für die SPD

"Es ist ein schwerer Tag, auf für mich persönlich", sagte SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen. Er spricht von einer "krachenden Niederlage".

Mehr zum Thema: Martin Schulz erklärt, wie er auf die Wahlniederlage in NRW reagieren will

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach sagte im ARD: "Die Wahlziele sind nicht erreicht worden.“

Nach den Wahlniederlagen im Saarland und in Schleswig-Holstein sieht der SPD-Mann dennoch kein "K.O.“ für seine Partei. Es seien jeweils Abstimmungen über die Politik der Landesregierungen gewesen, nicht etwa über Martin Schulz.

Auch die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley äußerte sich im Interview mit der ARD enttäuscht. Das Ergebnis "im Stammland der SPD" sei bitter. Dennoch sei über die Landesregierung abgestimmt worden, nicht über Bundespolitik.

SPD-Staatssekretär Michael Roth kommentierte das Ergebnis bei Twitter trocken: "Furchtbar.“

Trittin: "Der Schulzzug ist ohne Kraft"

Der FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner kommentierte das starke Ergebnis der Liberalen kämpferisch: "Mit einem Comeback der FDP im Bund ist zu rechnen."

Grünen-Politiker Jürgen Trittin kommentierte: "Der Schulzzug ist ohne Kraft und #Gruene geschwächt Es wird ein uphill battle im September.“

Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann sagte über das schwache Abschneiden, es gebe "nichts zu beschönigen". "Wir als Grüne haben aufzuarbeiten, warum wir so schlecht abgeschnitten haben", so Löhrmann in der ARD.

CDU-Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nannte die Prognose "ein großartiges Ergebnis“.

Der AfD-Spitzenkandidat Marcus Pretzell schrieb bei Twitter: "Ich bin stolz auf meine #AfD #NRW. Wir werden den Finger in die Wunde legen. Herr Laschet, Sie werden Ihr blaues Wunder erleben."

Und er schob hinterher: "#Kraft zurückgetreten, #Schulz' Karriere gelaufen, #Grüne am Boden."

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