Von der Leyen verbietet das Gesangbuch der Bundeswehr - es enthält ein Lied, das auch Heino gesungen hatte

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URSULA VON DER LEYEN
Ursula von der Leyen hat die aktuelle Ausgabe des Liederbuchs der Bundeswehr verboten | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Verteidigungsministerin von der Leyen hat das Liederbuch "Kameraden singt!" in der Bundeswehr verboten
  • Sie will damit weiter gegen rechte Gesinnung unter Bundeswehrsoldaten vorgehen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat in der Bundeswehr das Liederbuch "Kameraden singt!" verboten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP will sie damit weiter rechtes Gedankengut in der Bundeswehr zurückdrängen.

Pikant: Das Buch wurde 1991 vom Bundesverteidigungsministerium extra für die Verwendung in der Bundeswehr herausgegeben. In den Regeln zur Traditionspflege steht: "Das Singen in der Truppe ist ein alter Brauch, der bewahrt werden soll. Das Liedgut ist im Liederbuch der Bundeswehr zusammengestellt."

Unter den 119 Songs des Buches ist etwa "Schwarzbraun ist die Haselnuss". Das Soldatenlied aus dem 19. Jahrhundert wurde von mehreren deutschsprachigen Armeen gesungen - auch von der Deutschen Wehrmacht und vom Österreichischen Bundesheer.

Im Refrain heißt es: "Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun bin auch ich, ja ich, schwarzbraun muss mein Mädel sein gerade so wie ich."

Auch Schlagersänger Heino hatte es gesungen und war 2014 dafür kritisiert worden.

"Schwarzbraun ist die Haselnuss" ist ein Soldatenlied aus dem 19. Jahrhundert

"Im Rahmen des kritischen und sensiblen Umgangs mit den Inhalten wurde erkannt, dass einige Textpassagen nicht mehr unserem Werteverständnis entsprechen“, sagte ein Ministeriumssprecher den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

In dem Buch finden sich weitere Kompositionen und Texte von NS-Ideologen

Neben "Schwarzbraun ist die Haselnuss" stehen "Kameraden singt!", das "Panzerlied" oder "Das Westerwaldlied" in der Kritik. Während der NS-Zeit wurden sie als Ausdruck nationalsozialistischer Überhöhung missbraucht. In dem Buch finden sich auch noch weitere Kompositionen und Texte von NS-Ideologen.

Jetzt soll es eine neue Form des Liederbuchs geben. "Alle derzeitig im Liederbuch erfassten Lieder werden unter Einbindung des Zentrums für Innere Führung und des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr erneut kritisch und auch sensibel betrachtet", sagte der Ministeriumssprecher.

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(sk)

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