Medienbericht: TV-Duell von Schulz und Merkel sorgt schon im Vorfeld für Zoff

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MERKEL SCHULZ
TV-Duell von Schulz und Merkel sorgt schon im Vorfeld für Ärger | Yves Herman / Reuters
Drucken
  • Das TV-Duell von Kanzlern Merkel und Herausforderer Schulz sorgt laut "Spiegel"-Informationen für Ärger bei SPD und Union
  • Die SPD wirft der Union vor, die Ressourcen des Kanzleramts unfairer Weise für die Verhandlungen einzusetzen
  • Regierungssprecher Seibert ist irritiert über das Vorgehen der TV-Sender

Am 3. September wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem TV-Duell auf ihren Herausforderer von der SPD, Martin Schulz, treffen. Schon Monate bevor die beiden vor der Kamera streiten werden, sorgt das Duell jedoch für Ärger auf Seiten der Union und der SPD. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe.

So sei man in den Reihen der SPD erstaunt darüber, dass das Kanzleramt die Vorgespräche für das Duell führe. Regierungssprecher Steffen Seibert und Eva Christiansen, eine leitende Mitarbeiterin des Kanzleramtes, sollen die Details der Begegnung aushandeln.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte dazu dem "Spiegel": "Die CDU-Vorsitzende setzt die Ressourcen des Kanzleramtes hemmungslos für den Wahlkampf ein." Barley warf der Kanzlerin am Freitag in der HuffPost außerdem vor, im Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen zweimal gelogen zu haben.

Die SPD fordert, dass die Parteien direkt miteinander verhandeln. Zu einem "fairen Umgang" gehöre, dass "unsere Mitbewerber primär die Kollegen aus dem Konrad-Adenauer-Haus sind", hatte SPD-Wahlkampfleiter Markus Engels aus dem Willy-Brandhaus bereits nach Ankündigung des TV-Duells gesagt.

Seibert ist irritiert

Regierungssprecher Seibert wiederum reagierte irritiert darauf, dass die Fernsehsender das TV-Duell bereits angekündigt hatten - ohne ihn zu kontaktieren. Das sei "sehr befremdlich, weil es mit uns noch kein Gespräch über Ablauf, Modalitäten und Bedingungen des TV-Duells gegeben hat", zitiert der "Spiegel" Seibert.

Noch gebe es kein Ergebnis über den Ablauf des Duells, auf das sich alle geeinigt hätten. Damit werde "das seit 2002 übliche und bewährte Verfahren, die Rahmenbedingungen mit allen Beteiligten gemeinsam zu besprechen", nicht eingehalten, sagte Seibert.

Das TV-Duell wird am 3. September von den Sendern Das Erste, ZDF, RTL und Sat.1 übertragen. Die Sender hatten sich entschieden, das Gespräch mit Merkel und Schulz in zwei Teile aufzuteilen.

Die Moderatorenpaare Sandra Maischberger (Das Erste) und Claus Strunz (Sat.1) sowie Peter Kloeppel (RTL) und Maybrit Illner (ZDF) werden jeweils für 45 Minuten beide Politiker befragen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ks)