Ehemaliger Bundesminister Niebel sorgt mit Wehrmachts-Post auf Facebook für Wirbel

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DIRK NIEBEL
Ehemaliger Bundesminister Niebel sorgt mit Wehrmachts-Spruch auf Facebook für Wirbel | Tobias Schwarz / Reuters
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  • Der ehemalige Entwicklungsminister Dirk Niebel hat mit einem Facebook-Post für Irritation gesorgt
  • Das Posting zeigt einen Soldaten, der einem Fallschirmspringer der Wehrmacht ähnelt, und einen Spruch, der mit der rechten Szene in Verbindung gebracht wird
  • Niebel wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern

Der ehemalige Bundesminister für Entwicklung Dirk Niebel hat am Freitag auf Facebook mit einem Bild für Irritation gesorgt. Der Ex-FDP-Generalsekretär postete eine Zeichnung, die einen Soldaten zeigt, der einem Fallschirmspringer der Wehrmacht ähnelt. Darunter steht der Spruch: "Klagt nicht, kämpft."

Das Bundesverteidigungsministerium sah 2013 bei der Aussage keine Verbindung zur Wehrmacht. Das ging aus einer Anfrage der Linken hervor. Der Spruch ist in der rechten Szene verbreitet.

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Niebel wollte sich auf Anfrage der HuffPost nicht zu dem Posting äußern.

"Mit AfD-Wählern sanieren?"

Das Bild sorgte auf Facebook für Irritation und Ärger. Der "Frankfurter Rundschau"-Journalist Hanning Voigts schrieb auf dem Kurznachrichtendienst: "Wollen Lindner und Niebel die FDP mit abgeschreckten AfD-Wählern sanieren, oder wie?"

ARD-Korrespondent Arnd Henze fragte bei Twitter direkt bei FDP-Chef Christian Lindner an: "Was Sagen Sie und die FDP zu diesem unzweideutigen Statement Ihres Parteifreunds und früheren Generalsekretärs Niebel?"

Die FDP distanzierte sich schließlich am Nachmittag via Twitter von Niebels Post. "Niebel hat keine Funktion mehr in der FDP inne", betonte die Partei.

Die Bundeswehr und die Rechten

In einem Kommentar hängte Niebel noch einen Screenshot eines Artikels des Nachrichtenportals "T-Online" an. Das Portal berichtete darüber, dass eine Bundeswehr-Universität ein Bild von Altkanzler Helmut Schmidt abhängen ließ, das diesen in einer Wehrmachts-Uniform zeigt. Hintergrund sind die Ermittlungen zum Fall des rechtsextremen Bundeswehrsoldaten Franco A.

Geht es Niebel mit seinem Post darum, die Bundeswehr gegen Vorwürfe des Rechtsextremismus zu verteidigen? Oder möchte er die Nähe mancher Soldaten zur rechten Szene anprangern?

So oder so: Kommentarlos sollte man ein solches Bild nicht veröffentlichen.

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(ks)