Ex-Mitarbeiter packen aus: Donald Trump hat auch ihre Gespräche aufgezeichnet

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Ex-Mitarbeiter packen aus: Donald Trump hat auch ihre Gespräche aufgezeichnet | Jonathan Ernst / Reuters
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  • Ein Ex-Mitarbeiter von US-Präsident Trump hat der "Washington Post" erzählt, sein Chef habe früher Gespräche mit Geschäftspartnern aufgezeichnet
  • Trump hatte am Freitag angedeutet, Gespräche mit Ex-FBI-Chef Comey mitgeschnitten zu haben

Irgendwie scheint US-Präsident Donald Trump vom Abhören besessen zu sein. Zunächst war der - bisher nicht erwiesene - Vorwurf, sein Vorgänger Barack Obama habe den Trump Tower verwanzen lassen - und jetzt die Drohung an Ex-FBI-Chef James Comey, in der er andeutete, vertrauliche Gespräche aufgezeichnet zu haben.

Die Besessenheit von der Wanze scheint schon lange in Trump zu keimen. Offenbar hat der US-Präsident schon in seiner Zeit als Geschäftsmann Telefongespräche aufgezeichnet - ohne, dass sein Gesprächspartner davon etwas wusste. Das berichtet die "Washington Post".

"Vorsicht, der Boss zeichnet auf"

Demnach hätten mehrere ehemalige Führungskräfte, die für Trump tätig waren, bestätigt, dass sie von Kollegen gewarnt worden seien: Vorsicht, eure Gespräche mit dem Boss werden aufgezeichnet.

Für Trumps ehemalige Mitarbeiter war die Drohung an Comey in Trumps Tweet daher sehr real.

"Mit Donald zu telefonieren, war immer ein öffentliches Erlebnis", sagt John O'Donnell, früher Präsident in Trumps Plaza Hotel, gegenüber der "Washington Post". "Man wusste nie, wer zuhört." O'Donnell hat mittlerweile das Buch "Trumped: The Inside Story of the Real Donald Trump" geschrieben.

Auch Kennedy nahm Gespräche auf

Es sei aber auch gar nicht so ungewöhnlich, dass ein Präsident das Weiße Haus abhören lässt. Laut "Washington Post" sei das auch schon vor Richard Nixon der Fall gewesen.

So habe zum Beispiel John. F. Kennedy Gespräche im Oval Office mit versteckten Mikrophonen, die sich im ganzen Weißen Haus befinden sollen, abhören lassen. Aber: Mittlerweile werden Gespräche im Haus des US-Präsidenten nicht mehr automatisch aufgezeichnet.

Eine Quelle aus dem Weißen Haus sagte der "Washington Post", dass es unwahrscheinlich ist, dass Trump das anders handhabe als sein Vorgänger Obama.

Mehr zum Thema: Wie Donald Trump systematisch die Menschen ausschaltet, die etwas gegen ihn in der Hand haben

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(ll)

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