"Wichtigtuer und Angeber": Trump spricht über den Rauswurf des FBI-Chefs- und verstrickt sich weiter in Widersprüche

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP
Donald Trump während des Interview mit NBC | NBC
Drucken

In einem Interview des Senders NBC sprach US-Präsident Donald Trump am Donnerstag erstmals über seine Bewegründe für die Entlassung von FBI-Chef James Comey.

In dem Interview teilt er mit heftigen Worten gegen Comey aus - und verstrickte sich in weitere Widersprüche.

"Er war ein Wichtigtuer und Angeber", sagte Trump. "Das FBI war in Aufruhr. Sie wissen das, ich weiß das, jeder weiß das. Schauen Sie sich das FBI vor einem Jahr an - es war buchstäblich in Aufruhr, weniger als vor einem Jahr. Es hat sich bis heute nicht davon erholt.“


In dem Interview mit dem Fernsehsender NBC teilte Trump mit drastischen Worten gegen den Ex-FBI-Chef aus

Er habe Comey auch unabhängig von Empfehlungen des Justizministeriums feuern wollen. Zwei Tage zuvor hatte er die Kündigung noch damit begründet, er folge damit ausschließlich dem Rat von Justizminister Jeff Sessions und dessen Vize Rod Rosenstein.

Damit widersprach Trump seinen eigenen Angaben zu den Gründen für den Rausschmiss. In dem Entlassungsschreiben an Comey schrieb er, dass er Empfehlung des Justizministeriums folgen würde.

Nun sagte Trump: "Ich wollte Comey feuern. Es gibt dafür übrigens keinen guten Zeitpunkt." Gleichzeitig wies Trump in dem NBC-Interview jede Verbindung zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland kategorisch zurück.

NBC-Moderator Lester Holt fragte Trump, warum er in dem Entlassungsschreiben darauf hingewiesen hatte, dass Comey drei Mal versichert habe, dass gegen Trump nicht ermittelt würde.

"Weil er mir das gesagt hatte", sagte Trump. Jetzt erzählte Trump, dass er "ein sehr nettes Abendessen" mit Comey hatte. Der damalige Direktor des FBI habe dies wahrscheinlich arrangiert, da er wissen wollte, ob er Chef bleibt. "Ich sagte: 'Wir werden sehen, was passiert'", sagte Trump. Comey habe ihn bei diesem Abendessen versichert, dass nicht gegen ihn ermittelt werde. Bei zwei Telefongesprächen habe er diese Aussage wiederholt.

Trump sagte auch, dass er möchte, dass die Ermittlungen zu einer möglichen Einflussnahme Russlands auf die Wahlen beschleunigt und ausgebaut werden sollten.

Lester Holt wies Trump darauf hin, dass er kurz vor Comey Rausschmiss die Ermittlungen noch als "Witz auf Kosten des Steuerzahlers" bezeichnet hatte.

Er habe zwar vor vielen Jahren ein Haus an einen Russen verkauft und auch einen Miss-Universe-Wettbewerb in Moskau veranstaltet, doch habe er heute keine Verbindung zu Russland, auch nicht finanziell. "Ich bin in Russland nicht involviert, keine Darlehen, nichts", sagte Trump.

Die Senatsführer Mitch McConnell (Republikaner) und Charles Schumer (Demokraten) luden Rosenstein am Donnerstag ein, den gesamten Senat über die Hintergründe von Comeys Rauswurf zu informieren.

Die oppositionellen Demokraten und US-Medien vermuten, dass die Russland-Untersuchung des FBI der wahre Grund für die Entlassung ist

Die Behörde ermittelt wegen möglicher Kontakte zwischen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands - eine Affäre, die Trumps Präsidentschaft überschattet.

Comeys Entlassung hat nach Darstellung des amtierenden Direktors keinen Einfluss auf die Russland-Untersuchung. Es habe bislang keinen Versuch gegeben, die Ermittlung zu behindern, sagte McCabe. Die Arbeit der Behörde gehe weiter.

Auch auf HuffPost:

Diese 9 Dinge kann jeder Deutsche tun, um Donald Trump zu stoppen

(ll)