US-Präsident Trump fürchtet weitere Enthüllungen - und droht jetzt Ex-FBI-Chef Comey

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DONALD TRUMP
US-Präsident Trump fürchtet weitere Enthüllungen - und droht jetzt Ex-FBI-Chef Comey | Kevin Lamarque / Reuters
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  • US-Präsident Trump hat Ex-FBI-Direktor James Comey via Twitter gedroht
  • Trump hat offenbar Angst, dass dieser der Presse Informationen weitergibt
  • Außerdem deutete der US-Präsident an, Tapes von persönlichen Gesprächen zu haben

Man ist ja schon so einiges gewohnt, wenn man US-Präsident Donald Trump auf Twitter folgt. Aber am heutigen Freitag scheint er vollkommen durchgedreht zu sein.

In weniger als einer Stunde verfasste der US-Präsident insgesamt sechs Tweets - mit irren Anschuldigungen und Drohungen. Hinter all denen steckt natürlich die Affäre um den früheren FBI-Direktor James Comey, den Trump am Dienstag überraschend gefeuert hatte.

Trump droht Comey jetzt bei Twitter, er solle "besser hoffen, dass es keine 'Aufzeichnungen' von unseren Gesprächen gibt, bevor er anfängt der Presse etwas zu erzählen".

Damit deutet der Präsident offenbar an, dass er die Treffen mit Comey mitgeschnitten hat. Es war nicht klar, welchen Anlass Trump für seine Warnung hatte. US-Medien interpretierten den Tweet so, dass Trump offensichtlich Angst vor etwaigen Informationen Comeys über Kontakte des Trump-Teams nach Russland habe.

Trump droht den "Fake-Medien"

In einem Interview mit NBC hatte Trump bestätigt, er habe sich von Comey drei Mal bestätigen lassen, dass nicht gegen ihn ermittelt werde. Hintergrund sind Ermittlungen des FBI wegen einer etwaigen russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 und möglicher Absprachen mit dem Trump-Team.

Comey war aber nicht der einzige, dem Trump auf Twitter drohte. Er schlug auch vor, die Pressekonferenzen des Weißen Hauses komplett abzusagen und nur noch geschriebene Antworten zu verteilen - damit die "Fake-Presse" sich nicht mehr beschweren könne.

"Präzision nicht möglich"

Die beiden letzten Presse-Briefings des Weißen Hauses verliefen äußerst chaotisch. Trumps Sprecher widersprachen sich mehrmals gegenseitig - und auch dem Präsidenten selbst. Mal hieß es, Trump habe Comey auf Anraten des Justizministeriums gefeuert, dann hieß es, der Präsident habe die Entscheidung alleine gefällt.

Aber Trump hat natürlich auch eine Erklärung für die unpräzisen Aussagen seiner Sprecher parat. "Es ist meinen Stellvertretern nicht möglich, mit perfekter Präzision auf dem Podium zu stehen!"

Trumps Sprecher Sean Spicer und seine Sprecherin Sarah Sanders haben in der Affäre um die Entlassung des FBI-Direktors James Comey wiederholt widersprüchliche und im Nachhinein falsche Angaben gemacht.

Selbst kritische US-Medien wiesen am Freitag aber darauf hin, dass der Ursprung der Widersprüche und wechselnder Erklärungen der Präsident selbst sei - und eben nicht seine Sprecher.

Mehr zum Thema: "Wichtigtuer und Angeber": Trump spricht über den Rauswurf des FBI-Chefs- und verstrickt sich weiter in Widersprüche

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(jg)

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