Polit-Showdown in den USA: Das sind die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick

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WHITE HOUSE
US-Präsident Donald Trump versetzt die USA gerade in Aufregung. | SAUL LOEB via Getty Images
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  • Präsident Trump erwägt, in Zukunft auf Pressekonferenzen zu verzichten
  • Sein Sprecher Sean Spicer will derweil nicht sagen, ob der Ex-FBI-Direktor Comey abgehört wurde
  • James Comey lässt eine Anhörung vor dem US-Senat sausen

Seit US-Präsident Donald Trump James Comey als FBI-Direktor gefeuert hat, scheinen sich die Ereignisse in den USA geradezu zu überschlagen. Auch am Freitag gab es einige Überraschungen und Skandale aus dem Weißen Haus. Hier sind die wichtigsten vier Neuigkeiten des Tages im Überblick:

1. Trump will keine Presse im Weißen Haus

Trump steht mit den Medien bekanntlich auf Kriegsfuß. Er wirft Journalisten vor, "Fake News" zu verbreiten. Nun droht der US-Präsident damit, die Medien in Zukunft einschränken zu wollen. In einem Interview mit der Fox News-Journalistin Jeanine Pirro sagte Trump, eine Möglichkeit wäre es, die täglichen Pressekonferenzen im Weißen Haus zu streichen:

Jeanine Pirro reagierte empört: "Das meinen Sie nicht wirklich!" Donald Trump antwortete: "Ich denke, das ist eine gute Idee." Denn die Medien seien einfach zu feindselig.

Auch auf Twitter bestätigte Trump, vielleicht sei es das Beste, die Pressekonferenzen in Zukunft nicht mehr abzuhalten und anstatt dessen nur noch schriftliche Informationen zu veröffentlichen:

2. James Clapper widerspricht Trump

In den Showdown zwischen Trump und Ex-FBI-Chef Comey hat sich eine weitere wichtige Figur eingemischt: James Clapper war unter Obama Koordinator der Nachrichtendienste. Jetzt zweifelt er in aller Öffentlichkeit an Trumps Worten.

Der US-Präsident hat seit der Entlassung Comeys mehrmals betont, Comey habe ihm in der Vergangenheit zugesichert, dass das FBI nicht gegen ihn ermitteln würde. Gegenüber dem Nachrichtensender MSNBC kritisierte Clapper diese Darstellung: "Ich fände das sehr widersprüchlich mit dem, was ich über James Comey weiß."

Das FBI sowie der Geheimdienstausschuss des US-Kongresses ermitteln derzeit, ob und wenn ja wie Russland die US-Präsidentschaftswahlen 2016 beeinflusst hat und ob es Kontakte der russischen Regierung zu Trumps Wahlkampfteam gab.

3. James Comey weigert sich, vor dem Komitee des Senats auszusagen

Ein weiterer Knüller: Comey hätte eigentlich am kommenden Dienstag vor einem Ausschuss des US-Senates, der die mutmaßliche Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen durch Russland untersucht, aussagen sollen.

Mark Warner, Senator der Demokratischen Partei aus Virginia und Mitglied des Ausschusses, hatte Comey dazu aufgefordert, sich vor dem Gremium zu äußern.

Doch am Freitag bestätigte Warner gegenüber dem Nachrichtensender MSNBC, dass es dazu nicht kommen wird.

Gegenüber dem Nachrichtensender CNN sagte Warner einige Zeit später: "Wir haben gerade vom Direktor [Anm. d. Red.: James Comey] erfahren, dass er es am Dienstag nicht schafft. Ich hoffe, dass wir einen Termin finden werden. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass der Kongress, und auch die Amerikaner die Sichtweise von Direktor Comey zu der ganzen Geschichte hören."

4. Sean Spicer mauert und mauert

Die Comey-Affäre ist derzeit das dominierende Thema in den US-Medien. Natürlich ließen es sich Journalisten nicht nehmen, bei einer Pressekonferenz des Weißen Hauses am Freitag nachzubohren.

Doch Trumps Pressesprecher Sean Spicer weigerte sich, auf Fragen zu dem Thema einzugehen.

So fragt sich gerade ganz Amerika, ob Trump heimlich Gespräche mit Comey aufzeichnete, die er nun verwenden könnte, um den Ex-FBI-Direktor unter Druck zu setzen. Trump hatte so etwas in einem Tweet angedeutet. Er schrieb am Freitag auf Twitter:

"James Comey sollte besser hoffen, dass es keine Aufzeichnungen von unseren Gesprächen gibt, bevor er damit beginnt, der Presse Vertrauliches zu erzählen."

Einige US-Medien argumentierten darauf, mit dem Tweet drohe Trump Comey direkt. Auf den Tweet angesprochen, sagte Trumps Sprecher Spicer dann am Freitag: "Der Präsident hat dem nichts mehr hinzuzufügen."

Das wiederholte er ganze drei Mal und war sichtlich genervt über die Fragen der Journalisten.

Er weigerte sich, näher auf den umstrittenen Tweet einzugehen, betonte aber, der Text sei keine Drohung. Spicer sagte: "Das ist keine Drohung, er [Anm. d. Red.: Donald Trump] hat schlicht Fakten wiedergegeben. Der Tweet spricht für sich selbst."

Und Spicer ließ keine Zweifel aufkommen, dass er das Thema schnell hinter sich bringen wollte. "Ich mache jetzt weiter", kündigte er an.

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(ks)

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