Mando Diao: "Wir müssen niemandem mehr etwas beweisen"

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Wollen auch positive Gedanken zulassen: Mando Diao

Mit dem Ausstieg von Sänger und Gitarrist Gustaf Norén 2015 musste die schwedische Rockband Mando Diao einen schweren Schlag verkraften. War Norén doch mit dem zweiten Gitarristen Björn Dixgård die treibende Kraft hinter der Band. Knapp zwei Jahre später melden sich Mando Diao jetzt allen Widrigkeiten zum Trotz mit einem neuen Album zurück. Mit "Good Times" kehrt die Band aus Borlänge zu ihren Wurzeln zurück, verliert dabei aber nie das Hier und Jetzt aus den Augen. Björn Dixgård verrät im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news, warum sie nie ans Aufhören gedacht haben und warum die Menschen mehr positive Gedanken zulassen sollten.

Ihr neues Album "Good Times" ist das erste Album ohne Sänger Gustaf Norén. Wie schwer hat Sie der Ausstieg getroffen?

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Björn Dixgård: Wie bei allen Trennungen war es hart. Wir haben es aber kommen sehen. Er wollte einfach kein Album machen und alles was dazugehört. Aber das Schöne an Mando Diao ist, dass es sehr einfach ist, im Moment zu leben. Wir hatten 20 Shows gebucht für den Sommer, also haben wir angefangen zu proben. Es fühlte sich richtig gut an. Mando Diao ist eine Band, die sehr auf Emotionen basiert. Wenn es sich gut anfühlt, machen wir es einfach.

Haben Sie jemals daran gedacht, Mando Diao aufzulösen?

Dixgård: Wir haben kurz darüber nachgedacht. Aber warum sollten wir alles aufgeben, was wir uns aufgebaut haben? Von daher war es eine sehr leichte Entscheidung für uns, weiter zu machen.

Hat sich Mando Diao danach in einer Weise selbst neu erfinden müssen? Wie eine Art Wiedergeburt?

Dixgård: In gewisser Weise. Wir alle kennen uns jetzt schon ewig - es ist wie eine Familie. Und es war so ein großer Zufall, dass ich kurz bevor Gustaf die Band verlassen hat, Jens (Siverstedt, stieß 2015 als Ersatz zur Band; Anm. d. Red.) kennengelernt habe. Er ist so ein talentierter Mensch und wir sind wirklich gute Freunde geworden. Er brennt regelrecht für das Gitarre spielen.

Welchen Einfluss hat er auf das Songwriting?

Dixgård: Jens schreibt schon sein ganzes Leben lang Songs für eine ganze Reihe an Projekten. Dadurch habe ich ihn kennengelernt. Mein Manager meinte, ich sollte mich mal mit ihm treffen und für andere Künstler Songs schreiben. Es hat bei uns sofort Klick gemacht.

Als Sie mit dem Songwriting für "Good Times" begonnen haben, hatten Sie da eine klare Vision, wie das Album klingen soll?

Dixgård: Bei den beiden vorherigen Alben hatten wir ein Konzept. Auf "Good Times" geht es einzig und allein um die Chemie innerhalb der Band. Der Live-Teil von Mando Diao ist sehr präsent auf dem Album. Außerdem hat jeder etwas zum Songwriting beigetragen. Was neu ist, denn vorher haben nur Gustaf und ich die Songs geschrieben. Wenn man so will, ist das das Konzept.

Das Album heißt "Good Times". Wenn man sich das Weltgeschehen aktuell anschaut, kann man aber eher konstatieren, dass wir ziemlich schlechte Zeiten erleben.

Dixgård: Das stimmt. Es gibt sehr viel Leid und Probleme auf der Welt. Aber für uns hat es sich im Studio, wie im Paradies angefühlt. Deshalb haben wir uns auch für dieses Cover entschieden. Es ist natürlich ein wenig ironisch in diesen Zeiten solch ein Cover zu haben, aber wir wollten damit ausdrücken, dass die Menschen es zulassen sollten, mehr positive Gedanken zu haben. Gerade weil wir ständig mit Negativität konfrontiert werden. Wir wollen den Menschen beim Hören des Albums ein gutes Gefühl geben, auch wenn die Texte jetzt nicht alle total happy sind. Aber das ist auch ein schöner Kontrast, denn wir herausarbeiten wollten.

Warum macht gerade die Ballade "Break Us" den Opener für das Album?

Dixgård: Es ist ein sehr starker Song und für mich so eine Art Hymne. Für Jens, der das Lied geschrieben hat, beschreibt der Text eine Love-Story, aber für mich ist der Song das Symbol für Mando Diao. Wir geben niemals auf.

Ist der Song auch eine Ansage an alle, die vielleicht gedacht haben, dass Sie ohne Gustaf nicht den gleichen qualitativ hochwertigen Output haben werden?

Dixgård: Wenn es Leute gibt, die diese Meinung haben, ist das okay. Und natürlich wollen wir gemocht werden, aber gleichzeitig haben wir nicht das Gefühl, dass wir noch irgendjemandem irgendetwas beweisen müssen. Deshalb machen wir keine Musik. Das ist auch kein guter Motor, um Musik zu machen.