LIFESTYLE
12/05/2017 17:37 CEST | Aktualisiert 12/05/2017 17:40 CEST

Studie zu Depressionen: Diese Berufsgruppen sind besonders stark davon betroffen

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Stress im Beruf ist ein häufiger Faktor für Depressionen

Depression und Burnout: Immer mehr Menschen in Deutschland sind von psychischen Leiden betroffen. Nicht selten werden diese durch einen stressigen Job hervorgerufen.

Im DAK-Psychoreport zeigt sich nun: Die Zahl der Krankheitstage wegen Seelenleiden hat sich seit 1997 nicht nur verdreifacht, es gibt zudem auch einige Berufsgruppen, in denen psychische Krankheiten besonders stark verbreitet sind.

Mehr Arbeitnehmer werden wegen Seelenleiden krankgeschrieben

Jeder 20. Arbeitnehmer wird laut des Berichts wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Doch bevor jetzt die Alarmglocken läuten, sollte eines klargestellt werden:

“Die auffällige Steigerung ist dadurch erklärbar, dass sowohl Ärzte als auch Patienten heute offener mit psychischen Problemen umgehen”, sagte Hans-Peter Unger vom Zentrum für seelische Gesundheit der Asklepios Klinik.

Inzwischen werde einfach eher erkannt, wenn sich ein seelisches Leiden in einer körperlichen Beschwerde manifestiere, sagt Unger.

Von wegen gemütliches Beamtenleben

Mit dem Begriff Burnout verbinden viele einen überarbeiteten und gestressten Manager. Doch tatsächlich sind es zwei ganz andere Berufsgruppen, die am häufigsten von Burnout und Depression betroffen sind.

Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst wird oft ein "gemütliches Beamtenleben" vorgeworfen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Gerade Menschen, die in öffentlichen Verwaltungen arbeiten, stellen eine besondere Risikogruppe für psychische Erkrankungen dar.

Mehr zum Thema: Wissenschaftler haben ein neues beunruhigendes Anzeichen für Depressionen entdeckt

Tatsächlich wurden bei Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung 31 Prozent mehr Ausfalltage wegen Seelenleiden verzeichnet als im Durchschnitt der anderen Branchen. Auf 100 Versicherte kamen dem Report zufolge 311 Krankentage wegen psychischer Leiden im Jahr.

Das Gesundheitswesen ist der traurige Spitzenreiter

Der Spitzenreiter ist allerdings eine andere Branche. Denn im Gesundheitswesen sieht es noch schlimmer aus. Nicht nur sind dort insgesamt die meisten Krankheitstage zu verzeichnen, sondern 51 Prozent davon sind alleine psychischen Krankheiten zuzuordnen.

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Damit steht das Gesundheitswesen an erster Stelle, denn pro 100 Versicherte sind hier 358 Fehltage wegen psychischer Krankheit zu vermerken. Nicht nur Schichtdienst, sondern auch physisch und psychisch anstrengende Situationen gehören in diesem Berufsfeld zum Alltag.

Häufig sind die Arbeitnehmer dort starkem Stress ausgesetzt - und der ist ein wesentlicher Faktor für psychische Krankheiten.

Stress begünstigt die Entstehung von Depressionen

“Fakt ist, dass chronischer Stress die Entstehung von Depressionen begünstigt,” sagt Hans-Peter Unger.

Der DAK-Gesundheitsreport empfiehlt, durch betriebliche Maßnahmen das Risiko für eine Erkrankung der Arbeitnehmer zu reduzieren.

Denn wie auch Unger betont, liegt es nicht allein beim Arbeitnehmer, auf seine Gesundheit zu achten. “Auch die Unternehmen tragen Verantwortung für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter.”

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(mm)

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