US-Geheimdienstmitarbeiter: Russischer Fotograf könnte eine Wanze ins Oval Office geschmuggelt haben

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US-Geheimdienstmitarbeiter: Russischer Fotograf könnte eine Wanze ins Oval Office geschmuggelt haben | Getty Images
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  • Ein russischer Fotograf könnte das Treffen zwischen Trump und Lawrow abgehört haben
  • Davor warnen jetzt ehemalige US-Geheimdienstler

Es ist fast schon untertrieben, die aktuellen Ereignisse in den USA als absurd zu bezeichnen: Erst entlässt US-Präsident Donald Trump FBI-Direktor James Comey, nachdem der die Verbindungen von Trump und Russland verstärkt untersuchen wollte.

Einen Tag später kommt der russische Außenminister Sergej Lawrow ins Oval Office - ein Schelm, wer da Böses denkt.

Aber die seltsamen Vorkommnisse reißen nicht ab: Ehemalige Geheimdienstler kritisieren jetzt, dass ein russischer Fotograf während des Treffens von Trump und Lawrow Zutritt zum Büro des US-Präsidenten erhielt. Das sei eine Sicherheitslücke gewesen.

Der Fotograf hätte Abhör-Equipment in seiner Kameraausrüstung dabei haben können. Das berichtet die “Washington Post”.

"Es war keine gute Entscheidung"

Unter anderem antwortete der frühere CIA-Direktor David S. Cohen auf die Frage, ob es eine gute Entscheidung gewesen sei, den Fotografen ins Oval Office zu lassen. Seine eindeutige Antwort: “Nein, war es nicht.”

Der Fotograf war zunächst als Lawrows persönlicher Fotograf ausgegeben worden. Erst nach dem Treffen kam heraus, dass er auch für die nationale russische Presseagentur Tass arbeitet. Das hielten russische Offizielle aber offenbar vor den amerikanischen Sicherheitsdiensten geheim.

Erst als im Internet Fotos von Trump und dem russischen Botschafter Sergej Kislyak auftauchten, wurde den US-Behörden klar, dass der Fotograf in doppelter Mission im Präsidenten-Büro war.

Eine fortschrittliche Wanze wird nicht erkannt

Das Weiße Haus spielte die Gefahr durch den Fotografen allerdings herunter. Seine Ausrüstung sei überprüft worden, bevor er den Boden des Weißen Hauses betreten hatte. “Die Russen wurden genauso überprüft wie die Mitglieder der US-Presse”, heißt es von der US-Regierung.

Doch ehemalige Geheimdienst-Mitglieder bezweifeln, dass die Kontrollen ausgereicht hätten. Denn: Die Standard-Untersuchung im Weißen Haus würde ein fortschrittliches Abhör-Gerät gar nicht erkennen, schreibt die “Washington Post”.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die russische Regierung den amerikanischen Präsidenten ausspioniert. In den 1990er Jahren fanden Sicherheitsmitarbeiter im Weißen Haus eine ausgeklügelte Wanze in einem Konferenzraum des Weißen Hauses. Die Regierung hatte sofort Russland in Verdacht.

Mehr zum Thema: FBI-Chef: Eine Quelle im Weißen Haus packt über den wahren Grund für Comeys Rausschmiss aus

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(ll)