Das ist Schwester Andrea - in ihrer Freizeit geht sie einem heißen Hobby nach

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Die 52-jährige Nonne Andrea Stadermann aus dem hessischen Rüdesheim hat ein überraschendes Hobby | dpa/Andreas Arnold
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Die freiwillige Feuerwehr im hessischen Rüdesheim hat seit drei Jahren ein ganz besonderes Teammitglied. Die Benediktinerin Schwester Andrea Stadermann geht neben ihrem Beruf als Nonne leidenschaftlich gerne ihrem Hobby als Feuerwehrfrau nach.

Stadermann lebt seit 1987 in der örtlichen Abtei St. Hildegard und gehört zum Bistum Limburg. Und Schwester Andrea ist sowohl im Bistum als auch bei der Feuerwehr Rüdesheim die einzige Feuerwehrfrau. “Viele Ordensleute engagieren sich ehrenamtlich, weil sie draußen in der Welt wirken wollen. Aber eine Nonne bei der Feuerwehr, das ist schon ungewöhnlich”, sagte der Pressesprecher des Bistums, Stephan Schnelle gegenüber der DPA.

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"Da hat man schon ein bisschen Muffensausen"

Als die Abtei 2014 eine neue Brandschutzbeauftragte gesucht hatte, meldete sich die 52-jährige Nonne. Da sie schon als Hausmeisterin in der Abtei arbeitet und sogar schon einen Maschinistenlehrgang absolviert hatte, hat sie eine weitere Herausforderung gesucht.

“Nur zugucken, das ist nicht mein Ding”, sagte Schwester Andrea. Doch in manchen Situationen scheint die Nonne auch ihre Ängste überwinden zu müssen. Erst kürzlich probte die Feuerwehr für den Ernstfall und die 52-Jährige musste eine 30 Meter lange Leiter hochklettern. “Da hat man schon ein bisschen Muffensausen”, sagte Schwester Andrea nach der Übung.

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Doch ihre Kollegen vom 21-köpfigen Feuerwehrteam kümmerten sich aufmerksam um die Nonne. “Andrea, denk dran: Je höher du kommst, desto näher mit dem Schwerpunkt an die Leiter, damit du sicher bist”, rief Björn Rosenbach, ein Feuerwehrmann während der Übung. “Ja-ha”, war die knappe Antwort.

Die Schwester gehört auch schon als festes Mitglied zum Team. “Das hat sich eingespielt und ist mittlerweile ganz normal”, erklärte Brandmeister Heinz Georg Weis. “Andrea wird genauso freundlich auf die Schippe genommen wie jeder andere.”

"Nur von einer Beerdigung würde ich nicht direkt losrennen"

Schwester Andrea ist bei Bränden meist für die Wasserversorgung zuständig. Den Einsatz mit schweren Atemschutzgeräten überlasst sie aber dann doch den Männern. "Das muss man sich mit über 50 nicht mehr antun", sagte sie.

In einem Jahr hat sie bis zu 40 Feuerwehreinsätze. Die 52-Jährige ist ständig in Bereitschaft und fährt auch in voller Ordenstracht mit ihrem Roller los, wenn der Alarm losgeht. “Nur von einer Beerdigung oder einer wichtigen Besprechung würde ich jetzt nicht sofort losrennen”, sagte sie.

Außerdem wisse sie jetzt, was zu tun sei, falls es in der Abtei mal brennen sollte. Einmal im Monat testet sie die Notstromversorgung. Und sie hat schon einen weiteren Plan für die Zukunft: Demnächst will sie auch mit ihren Schwestern die erste Brandschutzübung machen.

Mit Material der dpa.

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(ks)

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