AfD-Mann vergleicht "Hexenhammer" mit grüner Klimapolitik

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PDESWA
AfD-Mann empfiehlt Hexenverbrennung gegen den Klimawandel | dpa
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Für Empörung hat im baden-württembergischen Landtag eine Aussage des AfD-Abgeordneten Rainer Podeswa zum Klimawandel und sein Verweis auf das Buch "Hexenhammer" aus dem Mittelalter gesorgt.

Dieses "europäische Standardwerk" fasse alle Methoden zusammen, mit denen im 15. Jahrhundert in Ravensburg die Klimakatastrophe bekämpft worden sei, sagte Podeswa am Donnerstag in Stuttgart. "Damals wurden Hunderte Frauen verbrannt und damit das Klima gerettet", sagte er.

Er zog damit eine Parallele zur Klimapolitik der Grünen. "Das sind die Ergebnisse einer ökostalinistischen, schon wahnhaften Mission, die Sie bei diesem Thema verfolgen."

"Das ist wirklich unglaublich"

Seine Fraktion applaudierte ihm. Die Grünen-Abgeordnete Martina Braun sagte dazu: "Das ist wirklich unglaublich."

Das Werk gilt als Handbuch für "Hexenjäger". Es gehört zu den frauenfeindlichsten Büchern der Weltliteratur, wie es in einer aktuellen Ausstellung "Hexenwahn in Ravensburg" heißt.

Das 1486 in Ravensburg erschienene Werk hatte demnach verheerende Wirkung für die weitere Verfolgung von Frauen in Europa, die bis ins 18. Jahrhundert 40.000 bis 60.000 Todesopfer forderte.

KORREKTUR: Die HuffPost hatte zunächst, wie von der Deutschen Presse-Agentur übermittelt, berichtet, der AfD-Politiker Rainer Podeswa habe den mittelalterlichen "Hexenhammer" als probates Mittel gegen den aktuellen Klimawandel empfohlen.

Das Gegenteil ist richtig: Podeswa hatte gesagt, dass im 15. Jahrhundert als Reaktion auf extreme Wetterereignisse Frauen verbrannt worden seien. Damit wollte der AfD-Mann aber keine Idee, sondern ein abschreckendes Beispiel verfehlter Maßnahmen gegen den Klimawandel liefern.

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(ll)

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