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11/05/2017 17:09 CEST | Aktualisiert 11/05/2017 17:11 CEST

Als der Dortmunder Oberbürgermeister auf das Problemviertel Nordstadt angesprochen wird, rastet er aus

dpa
Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei einer Demonstration von Stahlarbeitern von Thyssenkrupp

  • Bei einem Interview über die Dortmunder Nordstadt verliert Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) die Nerven

  • Sierau gibt der Bundesregierung die Schuld an den Missständen

  • Die realitätsfernen Beschlüsse der Bundespolitiker seien kläglich gescheitert

Die Dortmunder Nordstadt ist eine der im NRW-Landtagswahlkampf heiß diskutierten "No-Go-Areas". Eine Reportage der Zeit deckt nun die fatalen Zustände in dem Viertel auf.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) weiß um die Schwierigkeiten der Nordstadt und versucht tatkräftig gegenzusteuern. Man wolle "das in Verruf geratene Viertel zu einer 'Achse des Guten' umwandeln", sagte er der "Zeit" - und rastete aus, als die Journalisten ihn auf die Probleme des Stadtviertels ansprachen.

Sierau: Die Bundespolitik ist Schuld am Zustand der Nordstadt

So liegt etwa die Arbeitslosenquote in der Nordstadt mit 24 Prozent doppelt so hoch wie im Dortmunder Durchschnitt. Zwei Drittel der 60.000 Bewohner sind Migranten und die fehlende infrastrukturelle Anbindung macht die Gegend für Studierende unattraktiv. Ein Einfluss, den das Viertel dringend bräuchte.

Die Schuld sieht der SPD-Politiker Sierau jedoch nicht bei sich oder seiner Partei. Im „Zeit“-Interview auf die "No-Go-Area" angesprochen wird Sierau wütend, schreit die Journalisten an und beschimpft die Bundesregierung.

Das Hauptproblem, so Sierau, sei nämlich die realitätsferne Politik des Bundes. Dort seien Beschlüsse gefasst worden, ohne sich darum zu kümmert, ob die Ideen umsetzbar und überhaupt sinnvoll sind.

Prostitution, Drogen und Gewalt gehören zum Alltag

Prostitution, Gewalt und Drogen sind in der Problemgegend an der Tagesordnung. Die Polizei kann das Viertel kaum noch kontrollieren, weshalb eine separate "Ermittlungskommission Nordstadt" ins Leben gerufen wurde.

Sirau prangert in der „Zeit“ auch die fehlerhaft angegangenen Integrationsversuche der Politik an. Die Osterweiterung der EU habe die Stadt "zum Opfer einer völlig verfehlten Eingliederungspolitik" gemacht, sagte Sierau der Zeitung.

Die CDU um Armin Laschet hatte die "No-Go-Areas" im Wahlkampf selbst in den Fokus genommen und stark kritisiert. In einem Interview mit der "FAZ" sagte der CDU-Spitzenkandidat, dass Sicherheit nur durch Polizeipräsenz herzustellen sei, weshalb die CDU sich für die Verstärkung der Kräfte einsetzt.

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(jg)

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