Harte Abrechnung: Lanz zeigt ein Bild von Martin Schulz – und Journalist Weimer kennt kein Halten mehr

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Harte Abrechnung: Lanz zeigt ein Bild von Martin Schulz – und Journalist Weimer kennt kein Halten mehr | ZDF
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Auch am Dienstagabend war die Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein noch Topthema.

ZDF-Talkhost Markus Lanz suchte in seiner Sendung mit den Journalisten Ulrich Wickert und Wolfram Weimer nach Antworten auf die Frage, wie den Sozialdemokraten der sicher geglaubte Sieg am Sonntag hatte entgleiten können.

Und zunächst drehte sich auch bei Lanz alles um das umstrittene Interview des SPD-Spitzenkandidaten Torsten Albig mit dem People-Magazin "Bunte“. Albig hatte in dem Interview mit seiner neuen Lebensgefährtin gegen seine Ex-Frau ausgeteilt. Das brachte ihm harsche Kritik ein.

"Wissen Sie, ob Torsten Albig mit Rudolf Scharping befreundet war?“, fragt Lanz seine Gäste scherzhaft. "Zumindest Brüder im Geiste“ seien sie sicher, stimmte Weimer zu.

Schulz-Foto sorgt für Stimmung

Eine Anspielung auf den ehemaligen SPD-Verteidigungsminister Rudolf Scharping, der sich zum Höhepunkt des Afghanistankriegs im Jahre 2001 von der "Bunte“ im Mallorca-Urlaub mit seiner neuen Geliebten im Pool fotografieren ließ – und etwa ein Jahr später gehen musste.

"Besonders die Alten haben ihn nicht mehr gewählt“, sagte ARD-Journalist Wickert über die Folgen des "Bunte“-Interviews für Albig.

Fahrt nahm die Sendung auf, als Moderator Lanz ein Bild des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz einblenden ließ. Es zeigt Schulz zusammen mit Albig und SPD-Vize Ralf Stegner in einem Zug in Schleswig-Holstein – voneinander abgewandt.

Der viel zitierte "Schulz-Zug" - so sehe offenbar seine Realität aus.

Der ehemalige "Focus“-Chefredakteur Weimer war sichtlich begeistert von dieser ironischen Allegorie. Und Lanz stichelte: "Ekstase sieht anders aus, oder?“

"Da hat ein dpa-Kollege auf dem Weg zu einem Wahlkampfauftritt diese Stimmung eingefangen“, berichtet Weimer, "das war schon in den letzten Tagen, als man merkte, die SPD spürt selber, das wird nichts“.

"Die haben sich überhaupt nichts mehr zu sagen“, analysierte der Journalist. Keiner schaue einander an. Dann sein vernichtendes Fazit über die Stimmung in der SPD: "Es ist wie nach einem Abstieg des HSV für HSV-Fans.“

Was das nun für Kanzlerin Merkel bedeute, wollte Lanz weiter wissen. "Dass der Schulz-Zug zwei Vollbremsungen hinlegt, darauf konnte sie nicht mal hoffen“, antwortete Weimar.

Dann schaltet sich noch Schauspielerin Nora Tschirner ein. Zu Merkels kurzer Phase der Angst vor einem Schulz-Triumph bei der Bundestagswahl witzelt sie: "Sie war schon kurz davor, ein 'Gala'-Interview im Pool zu machen.“

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(bp)