"Freispruch wäre völlig normal gewesen" - so verharmlost Uli Hoeneß seinen Betrug

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ULI HOENE
Auf einer Veranstaltung in Liechtenstein sprach Uli Hoeneß über seine Zeit im Gefängnis | sampics via Getty Images
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Den Gerichtsprozess gegen Uli Hoeneß, Präsident des Fußballvereins “FC Bayern München”, haben die meisten Fußballfans 2014 gespannt verfolgt. Der 65-Jährige wurde wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu einer Gefängnisstrafe von 21 Monaten verurteilt.

Bereits im Februar 2016 wurde Hoeneß wieder auf Bewährung entlassen. Am Montag hat er überraschenderweise ganz öffentlich über seine Strafe gesprochen. Das berichtet die Schweizer Nachrichtenzeitung “Blick”.

Auf der Veranstaltung “Meet the president” im Fürstentum Liechtenstein erzählte Hoeneß über seine Zeit im Gefängnis, welche Erfahrungen er daraus gezogen und wie sich sein Leben seitdem verändert hat.

“Ich bin wie immer auf die Menschen zugegangen, habe mich der Situation angepasst”, erzählte der 65-Jährige auf der Gala.

"Ich bin der einzige Deutsche der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war"

Doch er spricht auch deutlich über das Urtei. Denn Hoeneß äußert eine klare Meinung: “Ich bin der einzige Deutsche der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war. Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen.”

Der vorsitzende Richter Rupert Heindl erklärte allerdings am letzten Prozesstag, dass Hoeneß' Selbstanzeige "unzureichend" gewesen sei.

Deshalb ging Hoeneß nicht in Revision

Den Grund für das Urteil sei, laut Hoeneß, der Kampf mit den Medien gewesen. Diese waren auch ausschlaggebend für die Entscheidung nicht in Revision zu gehen.

"Täglich waren zehn bis zwölf Journalisten vor unserem Haus. Tag und Nacht. Das will ich meiner Familie nicht zumuten”, sagte Hoeneß in Liechtenstein.

Und der 65-Jährige nennt noch weitere Gründe, warum er eine Revision abgelehnt hat: “Die Revision wäre vielleicht ein Jahr gegangen. Dann wäre es wieder zurück ans Landgericht gekommen und ein weiteres Jahr wäre vergangen. Somit wäre ich vielleicht jetzt noch im Gefängnis.”

"Herr Hoeneß, sie sind der Erste, der rausgeht und zwei Fanklus hat"

Der 65-Jährige ist kurz nach seiner Entlassung erneut zum Präsidenten des FC-Bayern gewählt worden. Vor seiner Gefängnisstrafe ist er von den Fußballfans ausgebuht worden. Mittlerweile wird Hoeneß aber wieder von seinen Fans bewundert und das scheint ihn zu bestärken: "Da wusste ich, es war total richtig, das Urteil anzunehmen."

Auch im Gefängnis soll er Fans dazu gewonnen haben. An seine letzten Tag in Haft soll die Gefängnisdirektorin nämlich zu ihm gesagt haben: “Herr Hoeneß, sie sind der Erste, der rausgeht und zwei Fanklubs hat. Einen bei den Beamten, einen bei den Gefangenen.”

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(pb)

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