ZDF-Führung unterbindet Kubicki-Auftritt bei "Lanz" - der FDP-Mann vermutet politische Motive

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KUBICKI
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Der FDP-Vize Wolfgang Kubicki ist wütend auf das ZDF. Nur Stunden vor Sendebeginn hatte der öffentlich-rechtliche Sender ihn aus der Talkshow ausgeladen.

"Ich bin ziemlich erstaunt. Nein, ich bin böse", sagte er gegenüber "Focus Online". In dem Gespräch am Telefon klang er maßlos verärgert. Gestern Vormittag hat ihn die Redaktion von "Markus Lanz" ausgeladen.

"Die FDP war offensichtlich zu erfolgreich"

Geplant gewesen war ursprünglich, dass der erfolgreiche Wahlkämpfer aus Schleswig-Holstein über Persönliches in der Runde des Talkmasters redet. "Aber irgendwo beim ZDF muss jemand sitzen, der Sorge hat, dass Frau Kraft am Sonntag verlieren könnte", sagt er. "Die FDP war offensichtlich zu erfolgreich."

Sein Vorwurf: Angesichts der NRW-Wahl am Sonntag wolle der Sender keine weitere Kritik an der SPD zulassen.

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Verärgert ist Kubicki nun auch deshalb, weil er wegen des Termins im Fernsehstudio einen Tag Wahlkampf verloren habe. Er wäre sonst schon an diesem Dienstag nach Nordrhein-Westfalen gefahren, um seine Parteifreunde zu unterstützen.

Hannelore Kraft durfte bei "Lanz" auftreten

Der Vorgang ist für den Freidemokraten auch deshalb unverständlich, weil nach seinen Informationen das ZDF schriftlich zugestimmt hatte, als die Lanz-Redaktion dem Sender vorgeschlagen hatte, Kubicki einzuladen.

Kurzfristig aber sei nun von der ZDF-Führung geäußert worden, die Wahlen am Sonntag sollten nicht beeinflusst werden. Dies wiederum ist für den FDP-Mann gar kein akzeptabler Grund. Schließlich habe es keine Bedenken gegeben, vor einiger Zeit Hannelore Kraft einzuladen.

Auf Twitter löste die Entscheidung einen mittleren Shitstorm aus:

Das ZDF verteidigt aber seine Entscheidung. Es teilte "Focus Online" schriftlich mit: "Herr Kubicki ist in unseren politischen Sendungen immer willkommen. So ist er auch am Donnerstag zu Gast bei 'Maybrit Illner spezial'.

"Allerdings haben wir bei Unterhaltungssendungen die Regel, dass sechs Wochen vor Landtagswahlen Politiker von bundespolitischer Bedeutung nicht mitwirken sollen.“

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(lp)

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