Marine Le Pen will Macron doch noch schlagen – doch zuerst muss sie ihre eigene Partei zusammenhalten

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Marine Le Pen will Macron doch noch schlagen – doch zuerst muss sie ihre eigene Partei zusammenhalten | Nicolas Kovarik/IP3 via Getty Images
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  • Nach der Wahl zum französischen Präsidenten braucht Macron nun die Mehrheit im Parlament
  • Nur dann kann der neue Präsident seine ambitionierten Vorhaben durchsetzen
  • Seine Gegnerin Marine Le Pen will Macron die Mehrheit streitig machen
  • Holt sie genügend Sitze im Parlament, könnte sie Macrons Pläne stoppen

Emmanuel Macron ist der gefeierte Sieger der französischen Präsidentschaftswahl, doch seine Gegnerin Marine Le Pen ist damit noch nicht besiegt.

Denn: Bei den Parlamentswahlen am 11. und 18. Juli will die rechtsextreme Front-National-Chefin noch einmal angreifen – und Macron so den Triumph verderben.

Der muss bei den Parlamentswahlen ohne eine Partei oder Stammwähler im Rücken möglichst viele Unterstützer für seine Bewegung En Marche mobilisieren.

► Die neuesten Umfragen zeigen: Das könnte Macron gelingen. Laut des Meinungsforschungs-Unternehmens OpinionWay könnte seine Bewegung im Juni bis zu 286 Sitze der 535 Sitze gewinnen, die auf dem französischen Festland zu vergeben sind.

Le Pen wird nun alles versuchen, Macron die Mehrheit zu vermiesen. Ihr Kalkül: Scheitert En Marche bei der Parlamentswahl, kann ihr liberaler Gegenspieler seine politischen Vorhaben nicht durchsetzen. Das Ergebnis: Stillstand.

Den wiederum wollen sich die Rechten zu Nutzen machen, um gegen das politische Establishment mobil zu machen. Der Front-National blickt bereits auf die Präsidentschaftswahlen 2022.

Le Pens Ziel: 40 Sitze in der Nationalversammlung

► Bisher liegt die rechte Partei bei den Umfragen zu den Parlamentswahlen noch nicht auf Kurs. Höchstens 25 Sitze traut OpinionWay der Partei zu. Aber: Das wären bereits 23 mehr, als die Partei heute hält.

Und das Potenzial der Rechten könnte weit größer sein. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl kam Le Pen in rund 100 Wahlkreisen auf 25 Prozent der Stimmen.

Le Pen will 40 Sitze gewinnen. Sie sagte zuletzt: "Der Kampf des Front National muss darauf abzielen, sicherzustellen, dass Macron keine freie Hand dabei hat, das Land zu führen.“

► Tatsache ist: Schafft es der Front National, 40 Mandate zu holen, wackelt Macrons Mehrheit.

40 Sitze scheinen in Reichweite. Doch dafür müsste für die Partei wohl alles nach Plan laufen. "Es müssen so viele von uns wie möglich in die Nationalversammlung“, gibt Le Pen vor.

Allerdings deutet sich schon jetzt an: Statt zusammenzuhalten, droht der Front National auseinander zu fallen.

Interner Streit könnte die Partei zerlegen

Die Nichte der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen, Marion Maréchal-Le Pen, will sich nach übereinstimmenden Medienberichten von ihren politischen Ämtern zurückziehen.

Die 27-Jährige werde am Mittwoch ankündigen, dass sie nicht wieder für die Nationalversammlung kandidiert, berichteten die Zeitungen "Le Figaro“ und "Le Parisien“ sowie die Nachrichtenagentur AFP, die sich auf Kreise ihrer Partei Front National beriefen.

Die Entscheidung von Marion Maréchal Le Pen birgt das Risiko eines Polit-Bebens innerhalb der Partei. Maréchal Le Pen ist äußerst beliebt bei der militanten Basis.

"Hier wird Marion deutlich bevorzugt vor Marine", erklärte ein FN-Anhänger der HuffPost France während der Wahlkampfes.

Marine Le Pen hat derzeit noch die schwere Aufgabe vor sich, die Partei-Flügel wieder zu einen. Ihr Vize-Präsident Florian Philippot steht massiv in der Kritik. Er wollte die Partei mit einem gemäßigten Kurs für Wähler der Mitte öffnen.

Mit ihrem Abgang wird Maréchal Le Pen das Leben ihrer Tante nicht leichter gemacht.

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(ll)