Alles Wissenswerte rund um den Eurovision Song Contest

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Hofft auf einen Platz im oberen Drittel: Levina

Am 13. Mai findet in Kiew der 62. Eurovision Song Contest (ESC) statt. Nach zwei letzten Plätzen in den vergangenen beiden Jahren hoffen viele Deutsche auf den magischen Satz: "Germany - twelve points". Aber warum eigentlich? Was bringen dem Land zwölf Punkte und wie wird der Gewinner des ESC ermittelt?

Sinn und Zweck des Eurovision Song Contests - früher Grand Prix Eurovision de la Chanson - ist es, den besten Künstler Europas zu ermitteln. Teilnehmen darf jedes Mitglied der Europäischen Rundfunkunion. Damit das Finale des ESC nicht über etliche Stunden geht, wird die Anzahl der teilnehmenden Länder seit 2004 durch zwei Halbfinalrunden reduziert - in diesem Jahr von 41 auf 25.

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Die Halbfinals

Das erste Halbfinale findet am 9. Mai statt. Gute Chancen auf die Qualifikation für die Finalshow werden vor allem der Belgierin Blanche eingeräumt. Neben ihr dürfen sich Schweden, Griechenland, Armenien, Aserbaidschan sowie 13 weitere Länder Hoffnung auf einen Startplatz in Kiew machen. Am 11. Mai treten im zweiten Semifinale weitere 18 Nationen an. Ursprünglich hätten hier 19 Länder an den Start gehen sollen. Doch aus politischen Gründen hat Russland seine Teilnehmerin Julia Samoylova vom Wettbewerb zurückgezogen. Unter anderem singen aber Österreich, Israel, Irland, Mazedonien und Rumänien um den Einzug ins große Finale.

Die "Big Five" Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland ("Perfect Life" - Levina) haben ein Direkt-Ticket für den 13. Mai. Zudem ist die Ukraine als Gastgeber natürlich gesetzt. Am Abend der Abende kann dann jeder Zuschauer abstimmen, welche Performance ihm am besten gefallen hat. Dabei dürfen auch die Länder abstimmen, die nach dem Halbfinale ausgeschieden sind und keinen eigenen Act mehr im Rennen haben.

Wie kann ich meine Stimme abgeben?

Die Zuschauer können per Telefonvoting ihre Stimmen abgeben. Die Anrufe zählen 50 Prozent, die anderen 50 Prozent werden durch eine fünfköpfige Jury des Landes ermittelt. Nach der erfolgreichen Premiere 2013 wird es auch dieses Jahr wieder die App für das Smartphone geben, über die die Zuschauer zusätzlich abstimmen können. Diese Stimmen werden zu den Telefonanrufen addiert. Wer aktiv wählen möchte, muss in Deutschland circa 20 Cent zahlen. Für das eigene Land kann allerdings nicht gestimmt werden.

Sind alle Stimmen erfasst worden, bekommt die Nation mit den meisten Stimmen zwölf Punkte. Die folgenden Länder erhalten je nach Anzahl der Anrufe plus Juroren-Wertung zehn, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei und einen Punkt. Für Deutschland wird dieses Jahr Moderatorin Barbara Schöneberger die Punktefee spielen und verkünden, wie die Nation abgestimmt hat. Übrigens: Sollte eine Störung auftreten und kein Telefonvoting möglich sein, entscheiden die Stimmen der Landes-Jury allein.

Wer sitzt in der deutschen Jury?

Die deutsche Jury setzt sich dieses Jahr aus ESC-Gewinnerin Nicole, Soul-Sängerin Joy Denalane, Musikproduzent Andreas Herbig, Singer-Songwriter Adel Tawil sowie Senkrechtstarter Wincent Weiss zusammen. Zu ihrem ersten Einsatz werden die Fünf im zweiten Halbfinale kommen. Dann dürfen sie mit ihrer Wertung mit darüber entscheiden, wer die große Bühne des ESC am Samstagabend in Kiew betreten darf.

Damit es wie 1969 nicht vier Erstplatzierte gibt, wurden Regeln eingeführt, nach denen ein Gewinner ermittelt werden kann, wenn zwei oder mehrere Länder am Ende dieselbe Punktzahl haben. Relevant wird dann, wie viele Nationen dem vermeintlichen Sieger Punkte gegeben haben und wie oft die Höchstwertung von zwölf Punkten fiel. Das Gewinnerland - 2016 Ukraine mit Jamala ("1944") - wird nach dem Sieg automatisch zum Ausrichter des Eurovision Song Contest im nächsten Jahr erklärt. So bekommen die Nationen die Chance, ihr Land dem Rest Europas genauer vorzustellen und für Tourismus zu werben.

Strenges Regelwerk

Nicht nur die Punktvergabe ist beim ESC streng geregelt, auch die Teilnahmebedingungen sind genau vorgegeben. Die Lieder müssen immer live gesungen werden. Nur die Musik darf vom Band kommen und selbst die muss vorher instrumental eingespielt werden. Warum hat eigentlich Lena beim ESC 2011 nicht einfach nochmal "Satellite" gesungen, wenn sie 2010 damit doch schon gewonnen hat? Ganz einfach: Es ist verboten. Dasselbe Lied oder Coverversionen sind für den Wettbewerb tabu. Die Interpreten dürfen außerdem nicht jünger als 16 Jahre alt sein - Kinderbonus adé. Bizarrerweise gibt es auch die Regel, dass keine Tiere oder mehr als sechs Personen zum Auftritt gehören dürfen.