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09/05/2017 23:57 CEST | Aktualisiert 10/05/2017 06:20 CEST

Trump feuert FBI-Chef James Comey

dpa
FBI-Direktor James Comey muss sich einen neuen Job suchen.

  • US-Präsident Donald Trump hat FBI-Chef James Comey gefeuert

  • Trump wirft Comey vor, er sei unfähig, das FBI zu führen

  • Die Entscheidung ist hochbrisant: Das FBI untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam sich mit Russland abgesprochen hat

Es ist eine Entscheidung wie ein Blitzeinschlag: US-Präsident Donald Trump hat FBI-Chef James Comey mit sofortiger Wirkung entlassen. Das teilte das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) mit.

Die Entscheidung kommt völlig überraschend. Comeys Behörde führt die Ermittlungen wegen möglicher Russlandkontakte des Trump-Teams. Er galt schon deswegen als so gut wie unantastbar.

Präsident Trump habe auf klare Empfehlungen von Justizminister Jeff Sessions und des stellvertretenden Generalbundesanwalts Rod Rosenstein gehandelt, hieß es in der Mitteilung.

Comey sei ungeeignet als FBI-Chef

Trump schrieb in einem Brief an das FBI, der US-Medien vorliegt, Comey habe ihm drei Mal persönlich gesagt, dass nicht persönlich gegen ihn ermittelt werde. "Gleichwohl stimme ich völlig mit dem Justizministerium überein, dass Sie nicht in der Lage sind, das FBI zu führen", schreibt Trump.

Trump fügte hinzu, es sei nun sehr wichtig, dass das Vertrauen in das FBI wiederhergestellt werde.

Die Russland-Ermittlungen gegen das Trump-Team liegen seit Monaten wie ein schwerer Schatten über der Präsidentschaft des Republikaners.

Comey hatte in der US-Wahl 2016 womöglich eine entscheidende Rolle eingenommen. Erst vor wenigen Tagen verteidigte er seine umstrittene Entscheidung, kurz vor der Wahl im November 2016 neue Entwicklungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton öffentlich gemacht zu haben.

Er sagte: "Es war eine harte Entscheidung, aber ich glaube im Rückblick, dass es die richtige Entscheidung war."

Comey hatte am 27. Oktober in einem Brief an Senatoren überraschend erklärt, er wolle die Ermittlungen in Clintons E-Mail-Affäre wieder aufnehmen, weil weitere Nachrichten aufgetaucht seien.

Hin und her vor US-Wahl

Mehrere Tage später teilte Comey zwar mit, auch mit den neu entdeckten E-Mails gebe es keinen Anlass dafür, ein Strafverfahren gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin einzuleiten. Die Entwicklungen haben Clinton im Wahlkampf gegen den späteren Sieger Donald Trump allerdings sehr geschadet.

Comey ist ein Republikaner, der sich in Washington auch als unabhängige Stimme einen Namen gemacht hat. Er führte eine Behörde mit mehreren zehntausend Mitarbeitern und galt als einer der begabtesten und höchst respektierten Experten im Bereich Sicherheit und Strafverfolgung.

Die Entscheidung Trumps ist hochbrisant, da das FBI derzeit untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam sich während des Wahlkampfes mit Russland abgesprochen hat.

Barack Obama nominierte Comey 2013 als Direktor der Bundespolizei. Comey lehrte damals noch Recht an der Eliteuniversität Columbia in New York. Comey war bei seiner Nominierung Republikaner. Später gab er an, mittlerweile parteilos zu sein.

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(ll)

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