Im Winter fand eine Frau dieses Baby - seine Mutter hat nur noch eine Woche Zeit, sich zu melden

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Anna aus Hamburg ist noch zu klein, um ihr Schicksal zu kennen: Das kleine Mädchen ist ein Findelkind. Vergangenen Februar holte eine Mitarbeiterin von SterniPark Anna aus der Babyklappe Wilhelmsburg, nachdem sie alarmiert worden war.

Das kleine Mädchen war in ein Handtuch und eine Decke eingewickelt und nur notdürftig abgenabelt. Nach einem kurzen Klinikaufenthalt kam Anna zu ihrer Pflegemutter Anja Bartsch, wie die "Bild" berichtet. Heute st sie gesund und entwickelt sich ganz prächtig.

Annas Mutter hat noch eine Woche Zeit, sich zu melden

Bartsch hofft jetzt, dass sich Annas leibliche Mutter noch meldet. Sie hat dafür nur noch eine Woche Zeit, danach wird das kleine Mädchen an Adoptiv-Eltern vermittelt. "Ich hoffe, dass Annas Mama den Mut findet, sich zu melden. Und sei es nur, um ihr Kind vielleicht einmal zu sehen“, sagte Bartsch der "Bild".

Annas Mutter kann sich unter der kostenlosen Notrufnummer 0800-456 07 89 bei dem "Projekt Findelbaby“ melden.

Dass die Mütter ihre Babys wieder aufnehmen, ist gar nicht so selten: Immerhin 16 der 51 Findelkinder, die in die Babyklappen von SterniPark gelegt wurden, leben heute bei ihren leiblichen Müttern.

"Ich wollte ihn ja eigentlich behalten, aber brauchte Zeit"

Eine dieser Frauen ist Sarah, die 2008 ihren Sohn Daryn in die Babyklappe legte und später wieder zu sich nahm. Die damals 18-Jährige war mit der Schwangerschaft und dem Gedanken, so jung Mutter zu werden, komplett überfordert. Sarah sagte dem "Hamburger Abendblatt": "Ich wollte ihn ja eigentlich behalten, aber brauchte Zeit, um die Dinge zu regeln. Ich hatte ja kaum Zeit gehabt, mich auf das Baby vorzubereiten. Und von der Babyklappe wusste ich, dass ich mich dort melden kann, in der gesetzlichen Frist."

Trotzdem ist das Konzept umstritten: Der Deutsche Ethikrat sieht es als nicht erwiesen, dass Frauen, die ihr Neugeborenes töten wollen, durch dieses Angebot erreicht werden. Außerdem sind Kritiker der Meinung, dass Babyklappen das Recht des Kindes auf die Kenntnis seiner Herkunft und auf die Beziehung zu seinen Eltern verletzen.

SterniPark-Geschäftsführerin Leila Moysich hofft, mit der Einrichtung der Babyklappen Leben zu retten - und dass möglichst viele Mütter ihre abgelegten Babys wieder aufnehmen. "Für viele ist die Babyklappe das Ende. Für uns ist es der Anfang", sagte Moysich der "Bild".

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(pb)