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08/05/2017 14:19 CEST | Aktualisiert 08/05/2017 16:11 CEST

Frau wird im Bus belästigt – die Reaktion des Fahrers ist eine Frechheit

Kypros via Getty Images
Eine Londonerin wurde im Bus belästigt

Es gibt Situationen im Leben einer Frau, die Männer einfach nicht nachvollziehen können. Das beweist die Geschichte der Britin Nathalie Gordon, für die eine Busfahrt in London zur Hölle wurde. Die Werbedesignerin ist auf dem Weg in ein Meeting, als sie von einem Mann angesprochen wird.

Er will wissen, wohin sie fährt und ob sie nicht lieber etwas mit ihm trinken gehen wolle. Via Twitter dokumentiert die junge Frau die Situation, wie sie höflich ablehnt und sich die Kopfhörer wieder einstecken will, wie ihr der Mann die Kopfhörer aus der Hand reißt und sie anraunzt: “Sei nicht unhöflich!”

”Du bist nunmal eine hübsche Frau”

Dann greift sich der Mann in den Schritt und beginnt ihn zu massieren. Als Gordon ihn bittet damit aufzuhören, lacht er sie nur aus. Sie steht auf, um den Fahrer zu alarmieren. Doch dieser schenkt ihr kaum Beachtung – “Setz dich doch woanders hin!”

Die Londonerin bleibt beharrlich und bittet den Fahrer, ihren Nebensitzer aus dem Bus zu werfen und die Polizei zu verständigen. Seine Antwort: “Was erwartest du denn, du bist nunmal eine hübsche Frau.” Nathalie Gordon wird an diesem Tag nicht nur sexuell belästigt, sie bekommt auch noch die Schuld für die ungebetene Aufmerksamkeit zugeschoben. Ein klassischer Fall von victim-blaming.

Was sie erwartet, schildert die junge Britin auf Twitter. Sie fordert Respekt für Frauen, egal wie sie aussehen oder angezogen sind. Sie wünscht sich ein sicheres Gefühl im Alltag, ob tagsüber im Bus oder nachts auf der Straße. Und sie bittet um Unterstützung für Frauen, die sich nicht selbst zu helfen wissen und um Hilfe bitten.

Sexuelle Belästigung gehört zum Alltag vieler Frauen

Am Ende steigt Gordon vorzeitig aus dem Bus aus und ruft selbst die Polizei, die den Vorfall ernst nimmt und ihm nachgehen will. Auf Twitter erreichen die junge Frau anschließend unzählige Solidaritätsbekundungen von Frauen, die Ähnliches erlebt haben.

Allein 2016 gingen bei der Londoner Polizei über 2000 Meldungen wegen sexueller Belästigung im öffentlichen Verkehr ein. In anderen Metropolen sieht es kaum besser aus. Bei einer Umfrage unter Pariser Frauen im Jahr 2015 gaben 100 Prozent der Befragten an, bei der Fahrt mit Bus oder U-Bahn schon einmal sexuell belästigt worden zu sein.

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(ujo)

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