"Anpacken statt rumschnacken": Diese Koalitionen sind in Schleswig-Holstein denkbar

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GUENTHER DANIEL
"Anpacken statt rumschnacken": Diese Koalitionen sind in Schleswig-Holstein denkbar | Hannibal Hanschke / Reuters
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Nach dem Wahlerfolg von CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther diskutieren Vertreter des künftigen schleswig-holsteinischen Landtags über die nächste Regierung. Leicht wird die Koalitionsbildung für die Konservativen aber nicht – das liegt auch an der Partei der dänischen Minderheit SSW.

"Anpacken statt rumschnacken, gab Günther am Sonntagabend als Motto aus. Der CDU sei es gelungen, eine Wechselstimmung zu erzeugen. "Wir haben mehrere Optionen, aber klar ist, wir sind stärkste Kraft“, sagte Günther.

Für Schwarz-Gelb reicht es nicht

Dennoch: Für die Herzens-Koalition der CDU wird es nicht reichen. Mit dem knappen Einzug der AfD in den nunmehr zwölften Landtag gibt es keine von der CDU favorisierte bürgerliche Mehrheit mit der FDP.

Denkbar wäre aber eine große Koalition mit der SPD.

Die will in Kiel derzeit aber kaum jemand.

"Ich hab das vorher nicht ausgeschlossen, aber ich denke angesichts des Wahlergebnisses ist das nicht das richtige“, sagte Günther. "Das geht nur, wenn die CDU die Landesregierung anführt", sagte er am Montag vor Beginn einer Präsidiumssitzung der Bundes-CDU mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin.

Inhaltlich wurde der CDU bei den wichtigsten Themen Bildung und Verkehr "sichtbar mehr zugetraut als der SPD“, meldete die Forschungsgruppe Wahlen am Sonntagabend in einer Wahlanalyse.

Auch bei Wirtschaft und neuen Jobs lag die CDU demnach vorn. Insgesamt sei den meisten Wählern die Politik im Land wichtiger als die Bundespolitik gewesen.

Jamaika gilt als Favorit

Stattdessen könnte das Jamaika-Experiment beginnen. Das heißt: Eine Koalition aus CDU, Grüne und FDP. Grüne und FDP holten jeweils zweistellige Prozentwerte. "Das Ergebnis ist supi“, sagte der grüne Landesumweltminister Robert Habeck.

Die anstehende Regierungsbildung werde jetzt "ne interessante Geschichte“.

FDP-Spitzenkandidat und Bundesvize Wolfgang Kubicki rechnet erst nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen am kommenden Wochenende mit belastbaren Gesprächen. "Nichts ist ausgeschlossen“, sagte er.

Das gilt offenbar auch für das zweite Jamaika-Bündnis auf Landesebene der Geschichte.

Und die Ampel?

SPD-Mann Albig kann sich trotz herber Verluste seiner SPD eine Regierungsbeteiligung vorstellen. "Ja, natürlich stehe ich dafür zur Verfügung“, sagte er.

Zugleich musste der 53-Jährige nach fünf Jahren Regierungszeit vor enttäuschten Anhängern eingestehen: "Das ist heute ein bitterer Tag für die Sozialdemokratie, ein bitterer Tag für die Regierung, ein bitterer Tag für mich.“

Mit den Grünen allerdings hat er zwar einen Trumpf im Ärmel: Die favorisieren eine Ampel mit SPD und FDP, für die es ebenfalls eine Mehrheit gibt.

Die FDP jedoch legt ihr Veto ein: Spitzenmann Kubicki sagte jetzt, mit Albig werde es keine Ampel geben. "Wahrscheinlichkeit gleich Null", so sein Fazit.

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