Wahlerfolge 2017: Vier Gründe, die gegen einen klaren CDU-Sieg in NRW sprechen

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Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Armin Lascht (CDU) beim TV-Duell. | dpa
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  • Zwei Landtagswahlen hat die SPD 2017 schon verloren - in NRW droht die dritte Niederlage
  • Die CDU geht geradezu siegestrunken in die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen
  • Doch es gibt gute Gründe zu glauben, dass sie bei der Wahl in NRW der SPD unterliegen wird

Im Superwahljahr 2017 hat die CDU sich bereits zweimal klar gegen die SPD durchgesetzt: Erst an der Saar, dann in Schleswig-Holstein.

Die CDU setzt in Nordrhein-Westfalen deshalb auf das Triple - und wähnt sich auf Grund der Ergebnisse im Saarland und in Schleswig-Holstein im Aufwind.

Es gibt aber auch Gründe, die gegen einen erneuten klaren CDU-Sieg sprechen.

Die Amtsinhaber

Der Wahlkampf des Kieler Regierungschefs Torsten Albig gilt als verkorkst. Zum Schluss sei es "eher um Dinge wie das Privatleben" gegangen, klagt SPD-Generalsekretärin Katarina Barley.

Der Grund: Ein viel kritisiertes Interview, in dem sich Albig mit seiner neuen Lebensgefährtin präsentierte und über die Trennung von seiner Frau sprach, die als Mutter und Managerin des Haushalts nicht mehr auf Augenhöhe mit ihm gewesen sei.

Auch ein Image als Landesvater hat er nie wirklich aufbauen können. Hannelore Kraft dagegen präsentiert sich als "kümmernde Landesmutter" von NRW und hat sich bisher keine solchen Patzer geleistet. Auf eine Zurschaustellung ihres Privatlebens verzichtet sie komplett.

Die Herausforderer

In Schleswig-Holstein trat die CDU mit einem neuen Gesicht an. Erst vor einem halben Jahr hatte Daniel Günther die Spitzenkandidatur übernommen.

Der 43-Jährige konnte sich als junge, unverbrauchte Alternative zum zehn Jahre älteren Ministerpräsidenten Albig profilieren.

Der CDU-Spitzenkandidat in NRW, Armin Laschet, ist dagegen ein alter Kämpe der Landespolitik. Schon 2005 hatte der 56-Jährige als Integrationsminister der bislang letzten CDU-geführten Landesregierung angehört.

Von der amtierenden Ministerpräsidentin Kraft konnte sich der väterlich wirkende Laschet bisher jedoch nicht entscheidend absetzen.

Die Parteienverankerung

Nordrhein-Westfalen ist ein Stammland der SPD. Seit 1980 haben die Sozialdemokraten bei Landtagswahlen nur zweimal hinter der CDU gelegen: 2005 und hauchdünn 2010. Die Schleswig-Holsteiner wählen dagegen deutlich konservativer.

In den vergangenen drei Landtagswahlen in den Jahren 2005, 2009, und 2012 hat die Union dort mehr Stimmen geholt als die SPD.

Die Mobilisierung

In Nordrhein-Westfalen hat die CDU bei Landtagswahlen häufig Schwierigkeiten, ihr Wählerpotenzial auszuschöpfen. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte die Union in NRW rund 1,7 Millionen Zweitstimmen mehr als bei der Landtagswahl in NRW knapp eineinhalb Jahre zuvor.

Mit Material der dpa

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(jg)

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