Martin Schulz bei Grundsatzrede zur Wirtschaftspolitik: "Es gibt zwei Gefahren im Wahlkampf - und beide wird es mit mir nicht geben"

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MARTIN SCHULZ
Grundsatzrede zur Wirtschaft von Martin Schulz (SPD) | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Die Wahl in Schleswig-Holstein war ein herber Rückschlag für die SPD
  • Einen Tag nach dem Debakel, hält Kanzlerkandidat Martin Schulz seine erste Grundsatzrede zur deutschen Wirtschaft

Die Wahl in Schleswig-Holstein war ein fataler Rückschlag für den SPD und ihren Hoffnungsträger und Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Nur einen Tag nach der Wahlschlappe im Norden will der SPD-Kanzlerkandidat nun jedoch konkrete Inhalte für den Bundestagswahlkampf liefern und hält eine Rede zu den wirtschaftlichen Perspektiven der Bundesrepublik vor der IHK in Berlin.

Schulz distanzierte sich vor Hunderten Managern in Berlin von der Linkspartei. Ohne die Linken direkt zu nennen, sagte Schulz, er könne die Sorgen der Wirtschaft vor der künftigen Regierungspolitik nachvollziehen.

“Deutschland ist ein starkes Land, das durch den Einsatz von Menschen wie Ihnen im Raum, durch mutige Unternehmer, innovativen Mittelstand, fleißige Handwerksbetreiber, Einzelhändler, durch die jungen, hungrigen Start-Ups und nicht zuletzt durch eine hoch engagierte Arbeitnehmerschaft zu einer der stärksten Länder der Welt aufgestiegen ist", sagt Schulz.

Wenn er in vielen seiner Reden von Respekt rede, den er den Menschen in Deutschland für ihre Leistung entgegenbringe, dann meine er auch die Unternehmer, diejenigen, die anpacken und sich einbringen.

"Ziehe meinen Hut vor allen Unternehmern", so Martin Schulz

"Ich habe selbst mal einen kleinen Laden gegründet, eine Buchhandlung", erzählt Schulz aus seiner Vergangenheit. Viele Fragen, die er sich damals gestellt habe, habe er sich "im Kleinen stellen müssen, wie Sie das tagtäglich tun", sagt er. Er habe selbst erlebt, was es bedeutet, Unternehmer zu sein.

"Manchmal habe ich nachts wachgelegen". Er habe manchmal nicht gewusst, ob er seinen Laden am nächsten Tag noch betreiben könne. "Ich ziehe meinen Hut vor allen, die Unternehmern gründen und führen", so Schulz.

"Unsere Sozialpartnerschaft ist ein Erfolgsmodell, das auch im internationalen Vergleich Strahlkraft hat, auf das wir stolz sein sollten. Wir werden von vielen Ländern darum beneidet", betont Schulz.

Er sei eine Person, die auch mal Klartext redet, wenn es sein muss. "Es gibt zwei Gefahren in einem Wahlkampf: Unerfüllbare Sozialversprechen und unerfüllbare Steuersenkungen", sagt Schulz und weiter: "Beides wird es mit mir nicht geben". Bei mittleren und unteren Einkommen müsse man jedoch etwas tun.

Mehr zum Thema: Ein Wahlkampfstratege erklärt, was Martin Schulz tun müsste, um Bundeskanzler zu werden

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(lp)

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