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08/05/2017 16:21 CEST | Aktualisiert 08/05/2017 19:24 CEST

FDP stellt Wahlplakat vor Ikea auf – und sorgt damit für Empörung

Facebook/Melanie Maas

Am Wochenende wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. Wenige Tage zuvor sorgt eine Wahlwerbung der FDP für Empörung in den sozialen Netzwerken.

Vor einem Ikea-Möbelhaus hatte die FDP einen Kleintransporter positioniert. Dort stand auf einem Wahlplakat zu lesen: "Wenn ein Möbelhaus unsere Kinder bis 20 Uhr betreuen kann, wieso können die Kitas in NRW das nicht?"

Die Facebook-Userin Melanie Maas hat ein Foto des Lasters auf die Facebook-Seite der FDP gepostet und geschrieben: "Ist das euer Ernst? Ich hab mich noch niemals, in meinem ganzen Leben, über etwas so aufgeregt wie über diese Wahlwerbung! Wie wär es wenn ihr erst nachdenken würdet und dann Plakate aufhängt? Ihr vergleicht Pädagogisches Fachpersonal mit einer Aufsicht für das Bällebad in einem Möbelhaus! So eine Frechheit!"

Die Wahlwerbung hat einen Nerv getroffen

Anhand von hunderten Kommentaren unter dem Post wurde schnell klar, dass der Wahlspruch und die Positionierung des Lasters für viele suggeriert, Erzieher und Erzieherinnen würden nicht genug arbeiten.

Auch wenn die FDP mit dem Plakat wohl Kritik an der jetzigen rot-grünen Regierung und den fehlenden flexiblen Betreuungszeiten und dem Fachkräftemangel üben wollte - und nicht an der konkreten Arbeit von Erziehern - ist das ein ziemlich peinlicher Wahlkampf-Fauxpas.

Aber der hat offenbar genau den Nerv vieler Menschen getroffen. Einige Erzieher machten in den Kommentaren ihrem Ärger Luft, viel zu arbeiten und dabei kaum genug zum Überleben zu verdienen.

Inzwischen steht der Bus nicht mehr vor Ikea

Eine Facebook-Userin gab zu bedenken, wie schwer es Mütter in der heutigen Leistungsgesellschaft hätten: "Letztendlich ist es egal, wie gut oder schlecht oder auch wie kurz oder lang die Betreuung unserer Kinder läuft. Es geht immer wieder darum: Du bist Mutter und arbeitest Vollzeit, aus welchem Grund auch immer, also wofür hast du überhaupt Kinder bekommen, du Rabenmutter."

Fest steht: Sollte die FDP versucht haben, auf kreative Art Wahlwerbung zu machen, ist das in diesem Fall nicht wirklich zielführend verlaufen. Eine Diskussion ins Rollen gebracht hat die Aktion aber allemal.

Die wurde der FDP aber wohl zu bunt. Inzwischen hat die Partei den Post von ihrer Facebook-Seite gelöscht und auch Kleintransporter steht inzwischen nicht mehr vor dem Möbelhaus, wie ein Pressesprecher der FDP der HuffPost sagte.

"Wir wollten damit keinerlei Kritik an den Erziehern üben. Es geht uns darum, dass die meisten Kitas in NRW um 16 Uhr schließen und dass das an der Lebensrealität der meisten Eltern vorbeigeht", erklärte der Sprecher.

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(jg)