POLITIK
08/05/2017 07:51 CEST | Aktualisiert 08/05/2017 07:53 CEST

"Anne Will": Alle jubeln über Macrons Sieg - nur die Verteidigungsministerin ist auf Krawall gebürstet

DPA

Die Talkmasterin "Anne Will" ignoriert die Wahl in Schleswig-Holstein. Und beschäftigt sich alleine mit der Wahl im Nachbarland. Die Frage des Abends: "Frankreich nach der Wahl - Wie verändert das Europa?"

Alle Gäste freuten sich über den Wahlsieg des Neoliberalen Emmanuelle Macron über die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Nur Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wagte Kritik am neuen französischen Präsidenten.

Hier die Standpunkte der Gäste im Überblick:

Soziologen Alfred Grosser: "Das ist eine Revolution der Jugend"

Der europafreundliche, parteilose Sieger Emmanuel Macron habe "viel geleistet". "Das ist eine Revolution der Jugend", sagte der französische Publizist und Soziologe Alfred Grosser zu Beginn der Sendung. Nach Ansicht des 92-jährigen Grosser könne Macron auch bei den Parlamentswahlen im Juni eine Mehrheit bekommen.

Premierminister Xavier Bettel: "Wir sind alle Brüssel"

Der luxemburgische Premier Bettel ist froh, dass "wir [mit Macron] nun eine Person haben, die in der Mitte steht".. Nun muss er sich beweisen: Wenn er die Parlamentswahlen nicht gewinne, "ist er eine Lame Duck", befand Bettel.

"Dass er mit der Europa-Hymne zur Bühne kommt, finde ich stärker als Hunderttausende Fahnen", jubelte Bettel. Er kritisierte im Laufe der Sendung auch, dass Brüssel gerne als Sündenbock von einem anderen Planeten gelte. Aber er sei Brüssel, Angela Merkel sei Brüssel, Macron sei Brüssel. "Wir sind alle Brüssel."

Politologin Gesine Schwan: Deutschland steht in der "Bringschuld"

Für die Politologin Gesine Schwan ist klar: "Es ist dringend notwendig, dass wir uns mitverantwortlich fühlen". Deutschland müsse nun wirklich auf die von Frankreich geforderten Investitionen eingehen und sich "nicht von oben herab" verhalten. "Wir haben strukturelle Vorteile." Deutschland stehe in der "Bringschuld".

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: "Wir als Europäer lernen dazu"

Von der Leyen sieht Schwans deutsche "Bringschuld" nicht. Sie kritisiert die Haltung der Politologin.

"Gemeinsam verantworten" heiße bei Schwan "bezahlen". Das wiederum findet von der Leyen "Überhaupt nicht richtig". Macron, der Deutschlands Exportüberschuss stark kritisiert, solle Frankreich erstmal reformieren, bevor es Geld aus Berlin gebe. "Wenn wir etwas gemeinsam verteilen wollen, dann muss man das vorher erarbeiten". Wenn Deutschland schwächer würde, würde Europa davon nicht profitieren.

Trotzdem freut sie sich über Macrons Wahlsieg. "Das ist ein gutes Beispiel, dass man mit Europa Wahlen gewinnen kann", befand Ursula von der Leyen. Das Wahlergebnis zeige auch: "Wir als Europäer lernen dazu."

Mehr zum Thema: Von der Leyen zu Bundeswehr-Skandalen: "Das Schlimmste kommt noch"

Mit Material der dpa

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