6 Dinge, die Emmanuel Macron in Europa ändern will

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MACRON EMMANUEL
6 Dinge, die sich in Europa verändern könnten, wenn Macron die Wahl in Frankreich gewinnt | Jean-Paul Pelissier / Reuters
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Mit der Wahl Emmanuel Macrons haben die Franzosen einen massiven Rechtsruck verhindert. Überall in Europa warnten Politiker aus der Mitte und dem linken Lager vor der rechten Front-National-Chefin Marine Le Pen.

Sie gilt als klare EU-Feindin, Macron dagegen als begeisterter Europa-Freund. Seine Wahl wird den Staatenbund verändern. Hier sind 6 Dinge, die Macron in der EU in Bewegung setzen will.

1. Macron will einen gemeinsamen Finanzminister für die Eurozone

Der ehemalige französische Wirtschaftsminister möchte einen gemeinsamen Finanzminister für die Eurozone.

Macron fordert, in Wirtschaftsfragen endlich an einem Strang zu ziehen, will die Kompetenzen der EU erweitern, statt sie zu begrenzen.

Der Vorschlag ist nicht neu, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. In Berlin steht man der der Idee eines EU-Finanzministers bislang eher skeptisch gegenüber.

2. Die EU soll einen eigenen Finanz-Haushalt bekommen

Macron geht aber noch weiter: Geht es nach ihm, bekommt die Eurozone bald auch ein eigenes Budget.

In seinem Wahlprogramm heißt es, die EU solle "deutlich mehr investieren als heute“. Der Bund sei bislang „unkomplett und wird die nächsten 10 Jahren ohne Reformen nicht überleben“, erklärte Macron zuletzt in Berlin.

Zusammen mit dem Finanzbudget will er auch ein eigenes Parlament für die Euro-Währungszone einführen. Schon vor zwei Jahren erklärte Micron, damals noch als französischer Wirtschaftsminister: „Wir brauchen eine demokratische Kontrolle durch ein neues Eurozonen-Parlament.“

3. Macron will einen Europäischen Verteidigungsfonds

Auch in Verteidigungsfragen will Macron die Kompetenzen der EU vergrößern.

Sein Plan: Ein europäischer Verteidigungsfonds soll neue Ausrüstungen für die EU-Staaten finanzieren - etwa Drohnen. Eine neues gemeinsames europäisches Operationszentrum soll europäische Militäreinsätze in Abstimmung mit der Nato ausführen.

Der will Macron treu bleiben. Er will die Verteidigungsausgaben Frankreichs sogar auf 2 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes steigern. Konkurrentin Le Pen dagegen will Frankreich aus dem Verteidigungsbündnis herausführen.

4. Die Bürger sollen die Integration von Flüchtlingen vorantreiben

Macron sieht Europa in der Pflicht, Flüchtlinge zu integrieren.

Sylvie Goulard, Unterstützerin von Macrons En-Marche-Bewegung, sagte zuletzt: "Die Länder des Südens dürfen nicht an der Frontlinie alleine gelassen werden.“ Manche Länder wie Kanada hätten ihre Bürger mobilisiert, Flüchtlinge aufzunehmen. Darin sieht sie ein Beispiel für Europa.

Die Macron-Vertraute sagte: "Wir müssen die Menschen involvieren.“

5. Macron will beim Brexit klare Kante zeigen

Für die Briten könnte ein Wahlsieg Macrons zum Problem werden. Der Pro-Europäer hat mehrmals angekündigt, Großbritannien bei den Brexit-Verhandlungen keine Zugeständnisse machen zu wollen.

"Es kann kein Spiel werden, bei dem die Briten ihre Interessen maximieren können, ohne die der EU zu beachten“, erklärte Macron unlängst.

6. Deutschland und Frankreich sollen sich die Führungsrolle in der EU teilen

Für viele Franzosen ist die Abstimmung auch eine Wahl für oder gegen Angela Merkel.

So hat Le Pen zuletzt getönt, eine Frau werde bald an der Spitze des Landes stehen - entweder sie oder Merkel.

Macron gilt als Unterstützer der deutschen Kanzlerin. Ein Wahlsieg könnte das Bündnis zwischen Paris und Berlin noch einmal stärken – und den Weg vorgeben, den die EU in den kommenden Jahren einschlägt.

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(jg)

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