POLITIK
07/05/2017 11:35 CEST

HuffPost-Umfrage: Franzosen finden Macron glaubwürdiger als Le Pen

Eric Gaillard / Reuters
HuffPost-Umfrage: Franzosen finden Macron glaubwürdiger als Le Pen

Die Wahllokale sind geöffnet: Die Franzosen stimmen am Sonntag für ihren neuen Staatspräsidenten. Dabei überwiegt bei vielen Wählerinnen und Wählern vor allem eins: Skepsis.

Weder der linksliberale Kandidat Emmanuel Macron noch seine Konkurrentin Marine Le Pen sind unumstritten. Eine exklusive Umfrage der HuffPost Frankreich zusammen mit YouGov kommt nun aber zu dem Ergebnis: Die Franzosen halten Macron bei den meisten Themen glaubwürdiger als Le Pen.

Bei acht von zwölf Themengebieten gab die Mehrzahl der Befragten an, Macron könne "besser damit fertig werden“, bei vier Themengebieten lag Le Pen vorne.

Macron, Kandidat der En-Marche-Bewegung gilt in Sachen Bildung, Umwelt, Schulden, Wirtschaftswachstum, Steuern, Wohnungen und internationale Beziehungen als vertrauenswürdiger. Le Pen konnte die Franzosen demnach bei den Themen Arbeitslosigkeit, Migration, Sozialhilfe und Sicherheit überzeugen.

Macron liegt in Umfragen noch deutlich vorne

Nach einem von Affären und scharfen Angriffen geprägten Wahlkampf geht der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker Macron als klarer Favorit in das Finale. Die letzten Umfragen sahen ihn bei 62 bis 63 Prozent, Le Pen kam auf 37 bis 38 Prozent. Falls der 39-Jährige gewinnt, wäre er der jüngste französische Präsident aller Zeiten.

Die beiden Finalisten stehen für gegensätzliche Weltbilder und hatten sich im Wahlkampf scharf attackiert. Le Pen ist die Kandidatin der rechtsextremen Partei Front National. Die hatte sie 2011 von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen übernommen.

Die 48-Jährige will im Fall eines Wahlsiegs den Euro als gängiges Zahlungsmittel abschaffen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft Frankreichs ansetzen. Nach dem Brexit-Votum und der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten würde ein Erfolg Le Pens populistischen Kräften neuen Auftrieb verschaffen.

Partnerschaft oder Abschottung von Deutschland?

Macron dagegen steht zur EU, er will den Euro stärken und strebt eine enge Partnerschaft mit Deutschland an.

Er will die Wirtschaft des Landes mit Reformen wettbewerbsfähiger machen, damit das Land sich in der Globalisierung behaupten kann. Er tritt unabhängig von den etablierten Parteien an und positioniert sich als "weder rechts noch links". Macron war von 2014 bis 2016 Wirtschaftsminister unter dem amtierenden sozialistischen Präsidenten François Hollande, der nicht wieder antritt.

Für Frankreich beginnt mit der Wahl in jedem Fall eine neue politische Ära. Denn die Bewerber der traditionellen Regierungsparteien - Konservative und Sozialisten - waren schon im ersten Wahlgang vor zwei Wochen ausgeschieden.

Die gemäßigten Kräfte der französischen Politik stellten sich anschließend hinter Macron, um Le Pen zu verhindern. Allerdings lehnen viele linke Wähler Macrons wirtschaftsfreundliche Linie ab.

Mit Material der dpa.

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(ks)

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