"Nein, Nein!": Als seine Anhänger Le-Pen-Wähler ausbuhen, schreitet Macron ein

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EMMANUELLE MACRON
French President-elect Emmanuel Macron celebrates on the stage at his victory rally near the Louvre in Paris, France May 7, 2017. REUTERS/Christian Hartmann | Christian Hartmann / Reuters
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Vor seiner Siegesrede setzte Emmanuel Macron ein deutliches Zeichen für Europa. Als er die die Bühne auf dem Gelände des Musée du Louvre betritt, spielte Ludwig van Beethovens Ode an die Freude im Hintergrund - die offizielle Europa-Hymne.

Der 39-jährige proeuropäische Ex-Investmentbanker legte am Sonntag einen deutlichen Sieg gegen die rechte Kandidatin Marine Le Pen hin. Laut Meinungsforschern gewann Macron 65 Prozent der Stimmen, Le Pen 35.

In seiner Rede versuchte Macron, die gespaltene Republik zu versöhnen. Macron sprach direkt zu den Anhängern des Front National.

Als er sagte, er möchte sich an die Wähler Le Pens richten, schallten plötzlich Buh-Rufe aus dem Publikum. Doch Macron forderte seine Anhänger auf, dies zu unterlassen.

"Nein, buht sie nicht aus. Sie haben ausgedrückt, dass sie zornig sind, verzweifelt. Aber ich respektiere diese Menschen. Ich werde alles dafür tun, dass sie in 5 Jahren keinen Grund mehr haben, für die Extremisten zu stimmen. Heute Abend gibt es nur Französinnen und Franzosen, ein Volk, vereint."

Der neue Präsident versprach, "ab morgen eine starke Mehrheit zu entwickeln, eine Mehrheit der Veränderung." Es werde nicht jeden Tag einfach werden, sagte Macron. "Es wird schwer werden. Aber ich werde euch jedesmal die Wahrheit sagen."

Macron versprach, sich für Humanismus einzusetzen und den Geist der Aufklärung zu verteidigen.

"Europa und die Welt erwarten, dass wir überall den Geist der Aufklärung verteidigen. Der so bedroht ist, weltweit. Das wir die Freiheiten, die Unterdrückten verteidigen. Dass wir neue Hoffnung schaffen, einen neuen Humanismus leben, eine gerechte Welt, eine des Wachstums, des Umweltschutzes. Sie erwarten, dass wir handeln."

Auch die schwierige Aufgabe der Regierungsbildung sprach Macron an.

Über die Zusammensetzung der Nationalversammlung wird erst bei der Parlamentswahl im Juni entschieden. Es gilt als wahrscheinlich, dass er eine Art große Koalition bilden muss.

"Ab morgen müssen wir eine Mehrheit erkämpfen. Eine Mehrheit der Veränderung und des Wandels. Dieser Geist der Veränderung ist, was ich von euch erwarte. Ich werde immer und immer wieder euch brauchen."

Seinen Wähler versprach er, das Land zu versöhnen und demütig zu regieren. Er beendete seine Rede mit einem Appell an den Nationalstolz der Franzosen.

"Ich trete für die Versöhnung zwischen den Lagern ein. Und ich werde euch mit Kraft und Demut und Stärke dienen. Ich werde euch im Namen unseres Mottos dienen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ich werde euch in Treue zu dem Auftrag, den ihr mir gegeben habt dienen. Es lebe die Republik, es lebe Frankreich."

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