Erste offizielle Prognosen: Emmanuel Macron wird Frankreichs neuer Präsident

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EMMANUEL MACRON
Erste offizielle Prognosen: Emmanuel Macron wird Frankreichs neuer Präsident | Benoit Tessier / Reuters
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Er war der klare Favorit - und laut ersten offiziellen Prognosen wird er der neue französische Präsident: Emmanuel Macron. Der unabhängige Kandidat und Anführer der sozialen Bewegung "En Marche" besiegt die Rechtspopulistin Marine Le Pen deutlich.

Die Prognosen sehen Macron bei mehr als 65 Prozent der Stimmen. Le Pen erhielt knapp 35 Prozent.

In Paris vor dem Louvre feierten Macrons Anhänger nach der Verkündung der Zahlen den Sieg ihres Kandidaten.

Jüngster französischer Präsident aller Zeiten

Die französische Präsidentenwahl hat ganz Europa in Atem gehalten. Denn Marine Le Pen hatte im Wahlkampf ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft ihres Landes versprochen und ein Ende der Gemeinschaftswährung Euro als normales Zahlungsmittel gefordert. Ein Sieg der Rechtspopulistin hätte ein Ende der EU in ihrer jetzigen Form bedeutet.

Der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker Macron steht hingegen für einen klar europafreundlichen Kurs und tritt für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein. Er soll spätestens am 14. Mai die Amtsgeschäfte des scheidenden Staatschefs François Hollande übernehmen.

Macron wird mit 39 Jahren der jüngste französische Präsident aller Zeiten sein. Damit verdrängt er einen illustren Vorgänger, der seit mehr als 150 Jahren den Titel des jüngsten französischen Präsidenten aller Zeiten innehatte: Louis-Napoléon Bonaparte.

Verliererin Le Pen kündigt Widerstand gegen Macron an

Macrons Kontrahentin Marine Le Pen beglückwünschte ihn in einer ersten Reaktion zum Sieg. "Ich habe mit ihm telefoniert und ihm Erfolg gewünscht, angesichts der großen Herausforderungen, vor denen Frankreich steht", sagte sie.

Das Ergebnis der Wahl sei historisch. Die Franzosen hätten den Front National zur stärksten Oppositionspartei des Landes gemacht.

"Die Parteien, die die politische Landschaft bisher bestimmt haben, haben sich schon im ersten Wahlgang selbst diskreditiert", sagte Le Pen. Die politische Landschaft Frankreichs sei aufgewühlt worden.

Le Pen sagte, sie mache sich Sorgen angesichts der nächsten fünf Jahre. Bei der nächsten Präsidentschaftswahl "werde ich mich an die Spitze derer stellen, die die Sicherheit, Freiheit und das soziale Modell Frankreichs verteidigen wollen", kündigte sie an.

Bundesregierung gratuliert Macron zum Sieg

Regierungssprecher Steffen Seibert gratulierte Macron derweil: "Ihr Sieg ist ein Sieg für ein starkes geeintes Europa und für die deutsch-französische Freundschaft", schrieb Seibert am Sonntagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Frankreichs neues Staatsoberhaupt übernimmt in der Regel schon wenige Tage nach seiner Wahl die Macht im Élyséepalast. Am folgenden Sonntag (14. Mai) läuft die Amtszeit von Präsident François Hollande ab, spätestens dann muss das Amt übergeben werden. Der genaue Termin ist noch nicht bekannt.

Emmanuel Macron übernimmt dann auch das Kommando über die französischen Streitkräfte und bekommt die Startcodes für die Atomwaffen.

Es ist in Frankreich üblich, dass der bisherige Premierminister noch vor der Amtsübergabe im Élysée den Rücktritt der Regierung anbietet. Damit kann der neue Staatschef gleich einen neuen Premierminister ernennen.

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