POLITIK
07/05/2017 13:25 CEST | Aktualisiert 07/05/2017 19:57 CEST

Die Landtagswahl in Schleswig-Holstein im Live-Blog - ein Machtwechsel deutet sich an

  • CDU bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein deutlich vor der SPD

  • FDP, Grüne und AfD zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis

  • Alle aktuellen Entwicklungen im Live-Blog der HuffPost

19:40 Uhr: CDU kommt auf 33,3 Prozent, die SPD auf 26,5

Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt die CDU auf 33,3 Prozent. Zweitstärkste Kraft wurde die SPD mit 26,5 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 12,9 bis 13,0, die FDP mit 10,8 bis 11,2 und die AfD mit 5,5 bis 5,9 Prozent. Die Linke verpasst demnach mit 3,3 bis 3,4 Prozent den Einzug in den Landtag.

Die bislang darin vertretene Piratenpartei fliegt raus. Der SSW kommt auf 3,4 bis 3,5 Prozent. Die CDU holt im neuen Landtag 25 Sitze und die SPD 19 bis 20. Die Grünen erringen 9 bis 10 Mandate, die FDP 8, die AfD 4 und der SSW 3. Die Wahlbeteiligung steigt laut ZDF auf 65,5 Prozent.

19:26 Uhr: Wolfgang Kubicki hält "Jamaika"-Koalition für wahrscheinlich

FDP-Spitzenkandidtat Wolfgang Kubicki sagte im "ZDF", dass er eine "Jamaika"-Koalition für die wahrscheinlichere hält.

18:55 Uhr: Bundesvorsitzender Cem Özdemir betont Stärke der Grünen

Grünen-Chef Cem Özdemir betont Stärke seiner Partei: "Berichterstattung klang wie Abgesang auf Grüne Themen. Heute haben wir gezeigt, dass das nicht so ist."

18:40 Uhr: Erste Hochrechnungen sehen die CDU bei 33,8 Prozent, die SPD nur bei 26,7

Nach ersten Hochrechnungen von "Infratest" liegt die CDU mit 33,8 Prozent klar vorn. Die SPD kommt nur auf rund 26,7 Prozent. Dahinter liegen die Grünen mit 12,7 Prozent, die FDP bei etwa 10,7 Prozent und die AfD mit knapp 5,5 Prozent . Die SSW liegt bei 3,2 Prozent. Die Linke zieht mit 3,5 Prozent nach derzeitigem Stand nicht in den Landtag ein.

18:35 Uhr: FDP feiert das beste Ergebnis in Schleswig-Holstein seit 70 Jahren

Die FDP feiert ihr bestes Ergebnis seit 70 Jahren. Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki: "Die Regierung Albig ist abgewählt worden, mit einer Deutlichkeit, die ich nicht erwartet hätte."

Auf Bundeseben haben die Liberalen zuletzt geschwächelt - umso größer die Freude über das Wahlergebnis im Norden:

18.32 Uhr: SPD-Vorsitzvorsitzender Ralf Stegner spricht von "bitterem Abend"

Der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner sagte im NDR-Fernsehen: "Das ist ein bitterer Abend für die SPD. Ich will das nicht beschönigen." Die SPD dürfe jetzt nicht so tun, als sei sie Wahlgewinner. "Das ist sie nicht", sagte Stegner.

18.26 Uhr: AfD mit schlechtesem Ergebnis bei einer Landtagswahl seit 2015

Debakel auch für die AfD: Schlechtestes Ergebnis in einer Landtagswahl seit 2015. Sie wollten ein zweistelliges Ergebnis erreichen - und kratzen nun doch an der Fünf-Prozent-Hürde:

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen gibt sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Es sind keine einfachen Bedingungen in Schleswig-Holstein und aus diesen Bedingungen heraus in einen Landtag einzuziehen ist schon ein Erfolg." Es gebe für unterschiedliche Parteien in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Bedingungen. Die AfD habe in anderen Bundesländern starke Ergebnisse erzielt. "Und mit diesem Schwung wird die AfD in die Bundestagswahl gehen."

18.17 Uhr: Grüne feiern ihr Ergebnis, SPD-Generalsekretärin Katarina Barley gibt Medien Teilschuld für Niederlage ihrer Partei

Grüne feiern ihr Ergebnis in Schleswig-Holstein:

Die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley gab in der ARD, den Medien eine Teilschuld an der Niederlage ihrer Partei. Diese hätten nicht über die Wahlkampfauftritte von Kanzlerkandidat Martin Schulz berichtet.

18.00 Uhr: Erste Prognosen sehen die CDU deutlich vor der SPD

Nach ersten Prognosen von "Infratest" liegt die CDU mit 33 Prozent klar vorn. Die SPD kommt nur auf rund 26 Prozent. Dahinter liegen die Grünen mit 13,5 Prozent, die FDP bei etwa 11,5 Prozent und die AfD mit knapp 5,5 Prozent .

Für die CDU würde ein solches Ergebnis einen Anstieg um fast drei Prozent im Vergleich zur Wahl 2012 (30,8 Prozent) bedeuten, die SPD müsste einen Verlust von über 4 Prozentpunkten einstecken (2012: 30,4 Prozent).

Die Grünen erzielen demnach ein ähnliches Ergebnis wie 2012, das bei 13,2 Prozent lag. Die FDP hingegen könnte mit einem solchen Ergebnis drei Prozentpunkte hinzugewinnen (2012: 8,2 Prozent).

Bis 18.00 Uhr konnten rund 2,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben.

In den Umfragen zeichnete sich zuvor ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und der CDU mit ihren Spitzenkandidaten Torsten Albig (SPD) und Daniel Günther (CDU) ab. Demnach muss die SPD um die Fortsetzung der Koalition mit Grünen und der Partei der dänischen und friesischen Minderheit SSW bangen. Die letzten Umfragen sahen die CDU knapp vor der SPD und keine Mehrheit für die bisherige Küstenkoalition.

Mehr zum Thema: Endstation Kiel? Warum die Wahl in Schleswig-Holstein der letzte Halt des Schulz-Zugs werden kann

16.44 Uhr: Schleswig-Holsteiner motivieren sich gegenseitig, wählen zu gehen

Im "hohen Norden" gelten Frischbrötchen als Grundnahrungsmittel. Das hat ein Verkäufer zum Anlass genommen, um die Schleswig-Holsteiner zum Wählen zu bewegen: "Keine Fischbrötchen für Nichtwähler".

Und auch den Kleinsten im Land scheint bewusst zu sein, wie wichtig es ist, seine Stimme abzugeben:

15.15 Uhr: Wahlbeteiligung bleibt weiter hoch

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. Bis 14 Uhr gaben 42,51 Prozent der gut 2,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie der Landeswahlleiter am Sonntagnachmittag mitteilte. 2012 hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt bei 37,7 Prozent gelegen, 2009 bei 48,6.

13.58 Uhr: Ministerpräsident Torsten Albig sieht dem Wahlausgang "mit großer Gelassenheit, mit Fröhlichkeit, mit Demut" entgegen

"Petrus hat sich entschieden: Fünf Grad mehr Temperatur gegenüber gestern, und ich mache fünf Prozent mehr als gestern", sagte Torsten Albig am Sonntag bei seiner Stimmabgabe mit Blick auf das gute Wetter und die zuletzt eher ungünstigen Umfragewerte seiner Partei.

Er kam in Begleitung seiner Lebensgefährtin Bärbel Boy in das Wahllokal in der Kieler Gelehrtenschule, um seine Stimme abzugeben. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gewinnen, weil alle Umfragen bei den letzten Landtagswahlen immer falsch waren - und zwar frappierend falsch", gibt sich Albig siegessicher. Dem Wahlausgang sehe er daher "mit großer Gelassenheit, mit Fröhlichkeit, mit Demut" entgegen.

Mehr zum Thema: HuffPost on Tour durch Schleswig-Holstein: Das bewegt die Menschen kurz vor der Wahl wirklich

Seine Partei versucht derweil auf Twitter, die Schleswig-Holsteiner mit den "Simpsons" zur Wahlurne zu bewegen.

13.23 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther gibt sich optimistisch aber angespannt

Zuvor hatte bereits CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther abgestimmt. Er kam mit Ehefrau Anke in Eckernförde ins Wahllokal. Er sagte danach im Sender RSH, er sei absolut optimistisch, aber ein bisschen Anspannung sei immer dabei.

Der Wahlkreis 8, in dem er antritt, ist hart umkämpft. Bei der Landtagswahl 2012 hatte Günther seine SPD-Konkurrentin, Fraktionsvize Serpil Midyatli, nur knapp geschlagen.

Auch FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki tritt in dem Wahlkreis an. Er zeigte sich bei der Stimmabgabe ebenfalls zuversichtlich. Die Liberalen wollen bei der Wahl am Sonntag mit einem zweistelligen Ergebnis vor den Grünen drittstärkste Partei werden.

12.15 Uhr: Es zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren

Es zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab. Bis 11.00 Uhr hatten bereits 21,55 Prozent der gut 2,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie der Landeswahlleiter am Sonntag mitteilte. 2012 hatte die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt 17,7 Prozent betragen, 2009 waren es 25,9 Prozent. In diesem Jahr dürfen im Norden erstmals auch 16-Jährige den Landtag in Kiel wählen.

Bei der Wahl 2012 erzielte die CDU 30,8 Prozent, die SPD 30,4 Prozent, die FDP 8,2 Prozent und die Grünen 13,2 Prozent. Die Linke erhielt 2,3 Prozent und der SSW 4,6 Prozent. Die Piraten, die Umfragen zufolge nicht wieder im Landtag vertreten sein werden, zogen 2012 mit 8,2 Prozent ins Landeshaus ein. 60,2 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Sollte es nach der Wahl für eine Neuauflage der jetzigen Koalition nicht reichen, kämen mehrere neue Varianten infrage. Eine sogenannte Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen wäre ebenso denkbar wie ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP oder eine große Koalition aus SPD und CDU. Albig hat auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht ausgeschlossen. Deren Einzug in den Landtag ist nach den Umfragen aber fraglich - klar bessere Chancen hat die AfD.

Bei dieser Landtagswahl dürfen erstmals schon 16-Jährige ihre Stimme abgeben. Zu den dominierenden Themen im Wahlkampf gehörten die Bildungspolitik, der Zustand der Infrastruktur und der Ausbau der Windenergie.

Mit Material von dpa

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