Alphonso Williams: Darum hatte "Mister Bling Bling" kein eigenes Lied

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Alphonso Williams ist der vielleicht schillerndste Gewinner der Castingshow

Mit seinen 54 Jahren ist Alphonso Williams nicht nur der älteste Kandidat, der die Krone als "Deutschland sucht den Superstar"-Sieger aufsetzen durfte. Der Hüne aus den USA ist mit seinen 2,06 Metern auch der größte Sieger des RTL-Formats. Dass er passend zu seiner Statur nun auch musikalisch Großes vorhat, was er mit seiner Sieges-Prämie machen will und warum er eigentlich als einziger Finalist keinen eigenen Song hatte - das alles verriet "Mr. Bling Bling" im Interview mit spot on news.

Es gibt wohl niemanden in Deutschland, der Ihnen diesen Sieg nicht gönnt. Wie fühlen Sie sich?

Williams: Ich fühle mich sehr geehrt, sehr geliebt und einfach nur wohl. Aber ich bin noch sehr durcheinander, habe das alles nicht ganz realisieren können.

Hatten Sie schon Gelegenheit, den Sieg ausgiebig zu feiern?

Williams: Meine Familie und ich waren bei der Aftershow-Party. Dort haben wir zusammen mit meinen Fans und allen anderen Kandidaten gefeiert. Jeder von ihnen hat sich für mich gefreut und mich sofort in die Arme geschlossen. Es war ein wunderschönes Wiedersehen. Danach habe ich aber meine Familie geschnappt und wir sind ins Hotel gefahren. Meine Schwester musste heute in aller Früh ihren Flug zurück nach Detroit erwischen. Daher habe ich versucht, so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen.

Was sagt Ihre Familie in den USA zu Ihrem Erfolg?

Williams: Ich habe mit meinem Bruder telefoniert. In Amerika waren sie alle so unheimlich glücklich! Dass der jüngste ihrer Brüder als Auswanderer in Deutschland so etwas geschafft hat - sie sind alle sehr stolz auf mich. Das fühlt sich einfach gut an.

Wissen Sie noch, was Ihnen durch den Kopf ging, als Ihr Name als Gewinner verkündet wurde?

Williams: Ja, ich dachte mir: "Bleib stehen. Bleib stehen! Kipp' nicht um!"

Wie groß ist Ihre Erleichterung darüber, dass die Show jetzt vorbei ist?

Williams: Eigentlich ist nur vorbei, dass die Jury vor einem sitzt. Aber ich muss ab jetzt immer für das Publikum abliefern. Ich habe aber auch einen hohen Anspruch an mich selbst, immer professionell zu bleiben.

Haben Sie schon Zeit gefunden sich zu überlegen, was Sie mit dem Preisgeld machen?

Williams: Ein Teil wird für meine Kinder angelegt, damit sie etwas als Sicherheit haben. Einen anderen Teil bekommt meine Schwester, die bis heute bei mir war. Sie hat ihre Arbeit aufgegeben, um unsere Mutter zwei Jahre lang zu pflegen. Ich habe ihr von hier aus immer ein wenig zugeschickt, aber es war nicht viel. Außerdem gibt es in meinem Ort noch eine Stiftung, ein Hospiz für Kinder. Auch dahin will ich einen Teil spenden, damit sie ihren letzten Weg schön haben können.

Können Sie uns schon verraten, wie es jetzt die kommende Zeit bei Ihnen weitergeht?

Williams: Schon am Dienstag gehe ich ins Studio, da wird das Album aufgenommen. Außerdem stehen natürlich auch Pressetermine und Fotoshootings an. Es ist jetzt ziemlich viel Stress angesagt.

Gab es eigentlich einen besonderen Grund dafür, dass Sie als einziger Finalist keinen eigenen Song gesungen haben?

Williams: Ich habe einen Fehler gemacht. Jemand hat mich gefragt, in welche Richtung mein eigener Song gehen sollte. Ich habe geantwortet, dass es im Stil von Bruno Mars sein sollte. Später bin ich aber zur Erkenntnis gekommen, dass Bruno Mars überhaupt nicht meins ist, ich mich zu sehr dafür verändern müsste. Daher habe ich gesagt, dass ich doch dem Motown-Genre treu bleiben möchte. So spontan konnte man mir aber keine Motown-Nummer zur Verfügung stellen und daher wurde es ein Coversong.

Glauben Sie, dass Sie durch Ihr Alter einen Vorteil gegen die Jungspunde hatten?

Williams: Bestimmt hatte das auch mit meiner Erfahrung zu tun. Mehr noch war mein Streben nach Erfolg dafür verantwortlich. Schon seit acht Jahren arbeite ich hart daran, endlich Erfolg zu haben. Ich habe jeden Tag gebetet: "Bitte Gott, mach' mir eine Tür auf. Lass' mich meinen Traum erfüllen."

Könnten Sie überhaupt noch ohne Musik leben?

Williams: Ich könnte ohne Musik überhaupt nicht sein. Es ist ein Teil meines Lebens, es macht mich glücklich und froh. Ich habe am Anfang sehr großes Heimweh gehabt, als ich nach Deutschland gekommen bin. Ich habe immer nur gelitten, etwa Weihnachten oder Ostern. Mit der Musik habe ich einen Weg gefunden, das zu verarbeiten. Sie hat mich umarmt, mir den riesigen Schmerz und mein Heimweh genommen. Sie ist der Mittelpunkt meines Lebens.

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