Politiker kritisieren Sänger scharf: "Naidoos Songtext ist übelst polemisch"

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XAVIER NAIDOO
Deutschland kritisiert den Sänger Xavier Naidoo. | POOL New / Reuters
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  • Deutsche Politiker kritisieren Xavier Naidoo für seinen Song "Marionetten"
  • Für den CDU-Politiker Wolfgang Bosbach spielt der Sänger Extremisten in die Hände
  • CDU-Bundesvorstand Elisabeth Motschmann sagt, Naidoo habe keine Ahnung vom Politiker-Leben

Immer mehr deutsche Politiker kritisieren den umstrittenen Sänger Xavier Naidoo. Wolfgang Bosbach, Bundestagsabgeordneter der CDU, wirft diesem vor, er provoziere mit Kalkül:

"Dieser Text hat mit einer sachlichen und begründeten Kritik an Politikern und deren parlamentarischer Arbeit überhaupt nichts zu tun. Er ist vielmehr eine Steilvorlage für Demokratieverächter und Extremisten aller Art. Und genau das dürfte auch die Absicht des Künstlers sein, denn mit Provokationen verschafft man sich hohe Aufmerksamkeit und nicht zuletzt fette Einnahmen“, sagte Bosbach der Zeitung "Bild"-Zeitung.

Auch CDU-Bundesvorstand Elisabeth Motschmann greift den Sänger in der "Bild" an: "Xavier Naidoos Songtext ist übelst polemisch und unterirdisch verallgemeinernd. Naidoo hat nicht den Hauch einer Ahnung, was es bedeutet, Parlamentarier zu sein und sich alle vier Jahre einer Wahl zu stellen.“

"Wenn ein Lied seine Lippen verlässt ..."

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour twitterte zwar keinen Namen, bezog sich aber offensichtlich auf Naidoo, als er schrieb: "Und wenn ein Lied seine Lippen verlässt, dann nur damit er die Gesellschaft verpest."

"Das ist bitter und traurig"

Für Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands, ist klar: Xavier Naidoo schürt Hass gegen alle Politiker. "Das ist bitter und traurig. Aber anders als er Deutschland beschreibt, leben wir in einem freien Land. Wir werden auch solche Kunst ertragen", sagte Ziemiak der "HuffPost".

Stein des Anstoßes ist das vor Kurzem veröffentlichte Stück "Marionetten". Naidoo knöpft sich die deutschen Politiker vor und singt: "Wie lange wollt Ihr noch Marionetten sein? Seht Ihr nicht, Ihr seid nur Steigbügelhalter.“

An die Politiker gewandt, ruft er in "Marionetten" gar zu Gewalt auf: "Als Volks-in-die-Fresse-Vertreter stoßt Ihr an Eure Grenzen“ und "Wenn ich so einen in die Finger krieg', dann reiß' ich ihn in Fetzen. Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragrafen und Gesetzen.“

Satiriker Jan Böhmermann hat den Sänger deswegen mit einer harten Satire bedacht:

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(sk)

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