Der griechische Ex-Minister Varoufakis sagt, die EU verabscheut Demokratie - und hat deshalb einen Rat an Theresa May

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VAROUFAKIS
Griechischer Ex-Minister Varoufakis sagt, die EU verabscheut Demokratie - und hat deshalb einen Rat an Theresa May | Neil Hall / Reuters
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  • Der ehemalige griechische Finanzminister Varoufakis warnt die britische Premierministerin May
  • Die EU müsse an Großbritannien ein Exempel statuieren und deshalb bekäme May keine Forderung durch
  • Er rät ihr, auf einen Deal zu setzen, wie ihn auch Norwegen hat

Yanis Varoufakis macht immer noch Lärm. Obwohl der frühere griechische Finanzminister kein politisches Amt mehr innehat, äußert er sich weiterhin zu Themen der Weltpolitik - und das auf seine eigene polternde Art.

Und jetzt hat der linke Wirtschaftswissenschaftler die britische Premierministerin im Visier. Es geht natürlich um den Brexit. Und Varoufakis ist der Meinung, dass May einiges völlig falsch versteht. Denn EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker müsse am EU-Austritt Großbritanniens ein Exempel statuieren, sagte er in einem Interview mit der englischen Zeitung "The Times". Falls noch ein anderes Mitglied darüber nachdenke, die Staatengemeinschaft zu verlassen.

Und deshalb sei es egal, wie stur May auf einen guten Deal für ihr Land beharren würde - Juncker werde diesen immer ablehnen.

"Sie liegt ganz genau falsch"

"Sie hat das komplett falsch verstanden", sagte Varoufakis. "Du kannst falsch liegen und du kannst vollkommen falsch liegen. Sie liegt vollkommen falsch."

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Varoufakis hat der EU außerdem vorgeworfen, sie würde "Demokratie verabscheuen". Damit spielte er auf die Verhandlungen zu der Zeit an, als er noch griechischer Finanzminister war. Die Treffen seien voller Frust gewesen. Und deshalb würde die EU auch niemals einem Deal zustimmen, der Großbritannien danach besser dastehen lässt.

Er rät May deshalb dazu, erst mal auf ein Abkommen, wie es Norwegen hat, zu setzen - mindestens für fünf Jahre. Als Alternative zu einem harten Brexit.

Norwegen hat Zugang zum EU-Binnenmarkt ohne EU-Mitglied zu sein.

"Nur ein Mensch zählt in Europa"

"Es gibt nur einen Menschen in Europa, der zählt. Ihr Name ist Angela Merkel", sagt Varoufakis. Wenn May sagen würde, sie wünsche sich einen Deal wie Norwegen würde Merkel wahrscheinlich Gott danken. Und das Brexit-Problem würde im Schoß des nächsten deutschen Kanzlers landen.

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(mm)

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