Harvard-Studie zeigt, welche europäischen Länder die meisten Voruteile hegen - das Ergebnis birgt eine Überraschung

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Die Harvard-Universität hat eine Karte erstellt, die zeigt, in welchen europäischen Ländern die meisten rechten Vorurteile herrschen. Der Test für die Erstellung der Karte beinhaltete einen kurzen Fragebogen, in dem die Testpersonen Bilder mit Worten assoziieren mussten. Zum Beispiel weiße oder schwarze Gesichter mit Wörtern wie gut, schlecht oder böse.

Die Karte zeigt so anhand der Einfärbung, wie hartnäckig Vorurteile im jeweiligen Land verbreitet sind. Von Blau für weniger voreingenommen bis rot für sehr voreingenommen.

Spitzenreiter und Verlierer

Es zeigt sich, dass Vorurteile gegenüber Andersfarbigen in Tschechien am hartnäckigsten sind. Überraschend unvoreingenommen zeigt sich Polen, kämpft dort doch die Regierung für strengste Einwanderungsgesetze.

Am wenigsten Vorurteile hegen laut der Studie die Serben, knapp vor Slowenien.

Kritiker zeigen Ungenauigkeiten auf

Die Studie erntete jedoch auch Kritik. So werden nur weiße und schwarze Gesichter gezeigt, der Rest des Spektrums wurde ignoriert. Auch befasst sich die Studie nur mit Gedanken und Assoziationen. Sie suggeriert eine direkte Verbindung zwischen Wahrnehmung und Handlung.

Dass voreingenommene Gedanken zu rassistisch motivierten Handlungen führen, ist jedoch nicht erwiesen. Das widerlegte auch eine Studie der University of Wisconsin, die sich mit dem Ergebnis des Tests befasste.

Auch zeigten die Testergebnisse, dass Teilnehmer aus jedem europäischen Land länger dafür brauchten, ein schwarzes Gesicht mit positiven Beschreibungen zu versehen.

Laut der Studie liege das jedoch nicht an den Überzeugungen des Individuums, sondern den Auswirkungen der Gesellschaft, in der die jeweilige Testperson lebt.

Insgesamt nahmen 288.000 Europäer an der Studie teil.
(ks)

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