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05/05/2017 09:07 CEST

Trump stellt Plan für neue Krankenversicherung vor - sie ist menschenverachtend

dpa
Donald Trumps neue Krankenversicherung löst Besorgnis aus

  • US-Präsident Trump hat einen neuen Entwurf für eine Reform der Krankenversicherung vorgelegt

  • Vergewaltigungsopfern könnte künftig der Versicherungsschutz gestrichen werden

Das Thema Krankenversicherung polarisiert die USA. Nachdem der erste Entwurf im Kongress gescheitert war, hat der US-Präsident nun am Donnerstag einen zweiten Vorschlag durch das Repräsentantenhaus gebracht.

Der Vorschlag enthält perfide Einschränkungen.

Der neue Entwurf könnte Frauen diskriminieren

Denn nach dem neuen "American Health Care Act" können Bundesstaaten den Versicherern erlauben, von Menschen mit Vorerkrankungen höhere Beiträge zu verlangen oder ihnen einen Versicherungsschutz ganz zu verwehren. Das berichtet unter anderem das US-Nachrichtenportal "Vox".

Das sind schlechte Nachrichten für viele Menschen, die etwa an Krebs oder Diabetes erkrankt sind. Brisant an dem neuen Gesetzentwurf ist aber auch:

Viele der sogenannten "Vorerkrankungen" betreffen vor allem Frauen. Dazu zählen nämlich auch eine Schwangerschaft oder Menstruationsschmerzen.

Und für eine Gruppe kommt es besonders schlimm: Auch die Erfahrung von sexueller Gewalt könnte als "Vorerkrankung" zählen.

Diese menschenverachtenden Regeln waren schon einmal in den USA in Kraft: vor der Einführung von Obamacare, der nach Trumps Vorgänger Barack Obama benannten Versicherung.

Bekommen Vergewaltigungsopfer keine Versicherungsschutz mehr?

Bevor das Repräsentantenhaus am Donnerstag für den neuen Gesetzentwurf stimmte, gab es bereits eine Diskussion, ob Opfer von sexueller Gewalt nun ihren Versicherungsschutz verlieren könnten.

Wie das US-Nachrichtenportal "Vox" berichtet, hält das US-Forschungsunternehmen Kaiser Family Foundation es für möglich, dass Versicherer einer Patientin höhere Beiträge veranschlagen würden, sollte sie schon einmal Opfer von sexueller Gewalt werden.

Die Gemeinnützige Organisation National Women's Law Center bestätigte "Vox", dass vor Obamacare bereits Frauen aus diesem Grund abgelehnt worden waren.

Noch aber besteht Hoffnung: Der Gesetzentwurf muss noch vom Senat bestätigt werden. Das gilt in der jetzigen Form des Entwurfs aber als unwahrscheinlich. Im Senat haben die Republikaner nur eine hauchdünne Mehrheit.

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(sk)

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