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05/05/2017 13:38 CEST | Aktualisiert 05/05/2017 14:55 CEST

Warum ein Foto von Tochter Tiffany Donald Trump jetzt Ärger einhandeln könnte

Jim Young / Reuters
Warum ein Foto von Tochter Tiffany Donald Trump jetzt großen Ärger einhandeln könnte

  • Ivanka Trump gerät wegen ihres Buchs "Women who work" in die Kritik

  • Eine Regierungsbehörde verbreitete einen Tweet, auf dem ihre Schwester Tiffany für das Buch warb

Die Trumps können es offenbar nicht lassen.

Das “Office of Global Women’s Issues” des Außenministeriums hat am Mittwoch einen Tweet von Ivanka Trump geteilt. Darauf zu sehen ist Ivankas Schwester Tiffany. Mit dem Foto wollte Ivanka Trump für ihr neues Buch "Women who work" bewerben.

tiffany trump

Quelle: Laura Bassett

Der Retweet durch eine Stelle des Außenministeriums ist äußerst brisant. Die Handlung bricht mit Ethik-Regeln für Regierungsmitglieder. Mitarbeiter der US-Regierung dürfen ihr Amt nicht dazu missbrauchen, private oder kommerzielle Interessen zu verfolgen.

Das Foto entstand wohl aufgrund der engen Beziehung zwischen Tiffany und Ivanka Trump. Tiffany Trump wird nicht umsonst als das "vergessene Kind" bezeichnet. Sie steht weniger in der Öffentlichkeit als ihre Geschwister, in der Vergangenheit hatte sich ihr Vater Donald zudem abfällig über sie geäußert.

Erneuter Amtsmissbrauch im Hause Trump?

Es ist nicht das erste Mal, dass die Vertreter der Trump-Regierung wegen Amtsmissbrauch kritisiert werden. Kellyanne Conway, Beraterin von Präsident Trump, hatte zuvor bei einem Interview für den Kauf der Produkte von Ivanka Trumps Modelinie geworben.

Das Außenministerium musste jüngst sogar einen Eintrag auf seiner Webseite löschen. Darin hatte das Außenministerium für Donald Trumps privaten Club Mar-a-Lago in Florida geworben.

Anwältin verteidigt Ivanka Trump

Ivankas Verhalten brachte ihr in der Öffentlichkeit viel negative Resonanz ein. Ihre Anwältin Jamie Gorelick versuchte, die Präsidententochter gegen die Kritik zu verteidigen.

Gorelick zufolge sehe das “Office of Government Ethics” (OGE) kein Problem darin, dass Trump ihren persönlichen Account zur Bewerbung ihres Buches nutze.

Problematisch ist jedoch: Ivanka Trump ist seit einiger Zeit offiziell als Assistentin ihres Vaters Donald im Weißen Haus. Einen zweiten Twitter-Account für diesen Job hat die 35-Jährige nicht.

Die Weiterverbreitung des Tweets durch das “Office of Global Women’s Issues” hingegen birgt aber eindeutig einen Interessenskonflikt. Auch wenn die Behörde wohl lediglich die selbsternannte Feministin mit gutem Willen unterstützen wollte.

Repräsentanten der Regierung fürchten zu wenige Konsequenzen

Alexander Howard, stellvertretender Direktor der gemeinnützigen "Sunlight Foundation", hat es sich und seiner Stiftung zur Aufgabe gemacht, Politik transparenter zu machen.

Er geht gegenüber der HuffPost USA davon aus: Die Vermischung von politischen und privat-kommerziellen Angelegenheiten im Weißen Haus stellt ein historisches Novum dar.

Howard vermutet, dass sich weitere solche Fälle ereignen werden, da die Konsequenzen für hohe Repräsentanten der Regierung meist “recht überschaubar” seien.

Mehr zum Thema: Ivanka Trump gibt Frauen Karrieretipps - sie sind ein Schlag ins Gesicht jeder berufstätigen Mutter

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(ll)

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