Leitkultur-Zoff: CDU-Mann Spahn und Grünen-Politiker Beck fetzen sich bei Twitter

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SPAHN JENS
CDU-Politiker Spahn sagt etwas über Leitkultur - der Grüne Beck attackiert ihn heftig | Reuters
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  • CDU-Politiker Spahn und Grünen-Politiker Beck fetzen sich bei Twitter
  • Grund ist eine Äußerung Spahns zur Leitkultur-Debatte
  • Beck wertet die Aussage als antisemitisch, Spahn fühlt sich absichtlich falsch zitiert

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn und Grünen-Politiker Volker Beck haben sich an diesem Freitagmorgen heftig in die Haare gekriegt.

Spahn hatte im "Deutschlandfunk" ein Interview zum Thema deutsche Leitkultur gegeben. Darin hatte er sich deutlich hinter Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und seinen Vorstoß gestellt, ein Leitbild für Deutschland zu zeichnen, das über die gesetzlichen Grundlagen hinausgeht.

Beck stieß sich an einer Aussage aus dem Interview. Und twitterte: "Jetzt weiß ich, was deutsche Leitkultur ist: "orthodoxe Juden" & "ausschließen" in einem Absatz. Nein, Jens Spahn."

Tatsächlich hatte Spahn in dem Interview gesagt: "Ich möchte ausschließen, dass es Leute gibt, die Frauen als minderwertig behandeln. Ja! Ich möchte, ob es ein orthodoxer Jude ist, ob es ein Imam ist, ob es jemand aus ganz anderen Gründen ist: Wer sagt, ich gebe Frauen nicht die Hand, weil das unrein ist, damit habe ich ein Problem. Das möchte ich ausschließen."

Spahn twitterte zurück: "Was genau, lieber Volker, haben sie Dir heute wieder in den Kaffee getan? Zitier bitte richtig und nicht bewusst (!!) irreführend."

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@Volker_Beck Was genau, lieber Volker, haben sie Dir heute wieder in den Kaffee getan? Zitier bitte richtig und nicht bewusst (!!) irreführend

— Jens Spahn (@jensspahn) 5. Mai 2017

Man könne ihm meinetwegen einen "absurden Händeschüttel-Fetisch" unterstellen, aber nicht ein gefälschtes Zitat unterstellen. Beck solle das korrigieren.

Spahn war so wütend, dass er noch drei weitere Tweets hinterherschickte, in dem er sein Menschenbild betonte, die Grünen angriff und fragte, was denn an seiner Aussage so schwer zu verstehen sei.

Beck konterte auf Facebook ausführlicher:

Er forderte, die Debatte um eine "diffuse, exklusive" deutsche Leitkultur schnell zu beenden. Es habe nur fünf Tage gedauert, bis sich die Debatte über das Deutschsein wieder gegen Juden gewendet habe.

"Wenn die Worte 'othodoxer Jude' und 'ausschließen' wieder in einem Absatz vorkommen, ist das dann die deutsche Leitkultur? Ich möchte mit so etwas als Deutscher nichts zu tun haben. Damit habe ich nämlich ein Problem."

Wenn es Spahn um Gleichberechtigung gehe, so Beck, dann müsse er auch die katholische Kirche kritisieren, die Frauen die Priesterweihe verweigert.

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(sma)

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